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Prioritäten müssen sein ...

Der Tag, als mir Ursula eröffnete, dass ich nun künftig wohl allein um die Welt reisen müsse oder zumindest mit einer anderen als ihr, war für mich wie ein Schock: Was hatte ich dieser Frau getan? Wie konnte das geschehen?

Nun, in der letzten Zeit war ich viel beschäftigt gewesen mit dem Ausbau meines Expeditionsmobils - klar, dass ich da für Ursula nur wenig Zeit hatte und vielleicht war mir einfach nur entgangen, wie sie darauf reagierte, als ich wieder mal vor dem PC saß: Nahezu jeden Tag surfte ich mehrfach in Reise- und Wüstenforen, und immer war natürlich auch Leerkabine.de dabei. Ich war nahezu süchtig nach Infos, die das von mir vollständig selbst geplante Reisemobil betrafen.

Unterwegs als moderner Offroad-Nomade ...Vielleicht war ihr einfach zuviel gewesen, dass ich nun schon seit Wochen nur noch nachdachte über den Ausbau meiner Kabine: Waren Sitze von Rimo nun geprüft und auch zugelassen? Sind Pilzkopfschrauben nur für den Original-Gummiboden oder Teppichboden geeignet? Sind für eine Montage auf einen isolierten Holzboden die Gewinde zu kurz und auch nicht zugelassen, da der Boden als elastisches Material angesehen wird und die Schrauben kraftschlüssig Metall auf Metall geschraubt werden müssen und eine Stahlbuchse zugelassen wäre, wenn das Gewinde nur lang genug ist ..?

Nun, eines Tages war Ursula einfach weg. Hatte die Schnauze voll, wie sie mir unverblümt und überhaupt nicht diplomatisch mittels eines Zettels übermittelte, den sie mir sinnigerweise auf den Original-Gummiboden meines Mobils getackert hatte. Wie können Weiber doch grausam sein - keinerlei Verständnis für das tief in echten Männern schlummernde Verlangen, eines Tages das beste und auch bestausgebaute aller Expeditionsmobile ihr Eigen nennen zu können!

Mittlerweile hatte ich es allerdings fast auch schon geschafft, das mit dem optimalen Reisefahrzeug. Ich hatte viel nachgedacht, ob ich nun einen stinknormalen Pickup mit Wohnkabine verwenden sollte oder doch eher ein "richtiges" Expeditionsmobil: Doch z.B. ein Bremach ist auch nur ein Italiener und ich wollte mir nicht vor jeder Talfahrt Gedanken um meine Bremsen machen. Auch der Rostbefall eines Landys bzw. der abenteuerlich schaukelnde Aufbau eines Unimogs reizten mich nicht im geringsten. So hatte ich mich schließlich für ein alternatives, völlig anderes Fahrzeugkonzept entschieden.

Alternatives Konzept

Nun, zugegeben, auf den ersten Blick sah das Ganze vielleicht etwas ungewöhnlich aus. Aber aufgrund der bei meinen letzten Reisen immer heißeren Rahmenbedingungen bei immer heftigerem und gnadenloserem Sonnenschein hatte ich zuletzt auf ein festes Dach verzichtet. Ein paar Bügel über dem Fahrzeug und eine verschiebliche Plane erlaubten endlich, auch bei der größten Affenhitze mit angenehmem Cabrioeffekt unterwegs zu sein - langsam aber sicher verstand ich all die anderen Cabriofahrer, die bereits ab 7°C mit offenem Dach und Sonnenbrille unterwegs waren ..!

Oben offen, innen auf  neustem technischen Stand ...Zur Vermeidung eines steifen Nackens war ich nun häufig mit meinem Motorradhelm unterwegs - ich staunte, welche Wirkung ich auf die Mädels in den Cabrios neben mir hatte, wenn ich lässig aus meinem Fahrzeug zu ihnen herüber winkte! 

Allerdings muss man dabei auch berücksichtigen, dass mein Fahrzeug nach all den Bastelarbeiten durchaus nicht wirkte wie das normale Spießer-Womo oder so ein Pickup mit unförmigem Schneckenhaus: Ich bin zwar ein friedliebender Mensch, weshalb für mich auch so ein Fahrzeug wie der Explorer II des Explorer Teams niemals in Frage kommen würde. Was mich allerdings schon beeindruckt hatte, war die absolute Geländegängigkeit dieses Fahrzeugs, und auf die wollte ich auch bei meinem Reisemobil nicht verzichten.

Und so rüstete ich mir schließlich ein günstig erworbenes historisches Sonder-Kfz um: Dies hatte hinten einen Kettenantrieb, war oben offen und erfüllte nach Ausrüstung mit einem Hybridantrieb insgesamt genau die Anforderungen, die ich gestellt hatte. Nun konnte ich mich also an die Innenausstattung machen, und auch die sollte es in sich haben: Nein, ich meine selbstverständlich nicht solche üblichen ollen Kamellen wie Thetford-Porta Potti, Truma-Gasheizung oder Kompressor-Kühlboxen, Wasservorräte, Gelbatterien oder all den anderen gewöhnlichen Plunder, den alle in ihren Womo-Boxen haben.

Moderne Elektronik im Mittelpunkt ...

Nein, selbstverständlich hatte auch ich das alles, aber ich hatte mehr: Die moderne Elektronik, die das Fahrzeug eines modernen Expeditionsreisenden auszeichnet, sollte bei mir im Mittelpunkt stehen. Und Ursula sei Dank: Nun konnte ich mich umso mehr damit befassen!

10" TFT-Bildschirm für meinen Haupt-Bord PC ...So wollte ich selbstverständlich auch eines haben: Eine mobile Internet Lösung über eine bidirektionale Satellitenanbindung. Hiermit wollte ich mit DSL Breitbandgeschwindigkeit im Internet surfen oder TV sehen, während ich unterwegs war. 

Der Versand und Empfang der Daten läuft bei der bidirektionalen Satellitenkommunikation über das Satellitenmodem und über eine spezielle Satellitenantenne, die in der Lage ist, Signale auch zu senden. Deshalb werden keine Telefonleitungen für den Rückkanal mehr benötigt. Über einen geostationären Satelliten in 36.000 km Höhe werden die Signale zur jeweiligen Bodenstation geleitet und dort in den Internet-Backbone eingespeist. Das Funktionsprinzip ist daher durch bidirektionale Auslegung vollkommen unabhängig vom Ort der Anlage oder von Telefonleitungen - so und nicht anders wollte ich es haben!

Während der Anschluss der Satellitenterminals an meinen Haupt-Bord PC über einen USB Port erfolgt, wird der Anschluss der Controllerbox des Rotors noch über eine serielle Schnittstelle abgewickelt. Weitere PCs lassen sich dank eines Upgrade-Kits anschließen, das im Umkreis meines Fahrzeugs Internet über W-LAN verfügbar macht. Mein Haupt-Bord PC ist in einer zusätzlichen Box untergebracht, die über einen gefilterten Lüfter mit gereinigter Frischluft versorgt wird.

Dem Cockpit meines Fahrzeugs habe ich einen 10" TFT-Bildschirm mit Touchscreen für meinen Haupt-Bord PC spendiert: Der Blickwinkel ist ausreichend groß, um sowohl Fahrer als auch Beifahrer (oder vielleicht bald wieder Beifahrerin?) einen guten Blick auf das Angezeigte zu gewähren.

Anschluss der Satellitenterminals am Haupt-Bord PC über USB Port ... Datenübertragung über HF ...
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Wie ich moderner Expeditions- Reisender wurde ...
Datum:   04.11.2005
Autor:   explorer
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