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Bevor wir uns mit den gebräuchlichsten Bauformen beschäftigen, noch mal die wichtigsten technischen Voraussetzungen:

  • Das Gewicht muss so tief wie möglich sein
  • Im Idealzustand ist es zwischen den beiden Achsen auf dem Boden!

    Alles andere ist nur eine Verschlechterung!
    Dagegen helfen auch keine Verkaufsargumente!
    Das war's.
Der Rechteckkoffer:

Die idealste Raumausnutzung bietet ein ordinärer Rechteck-Koffer ohne grossen Überhang und ohne grosse Höhe. In der Summe der Eigenschaften ist es die günstigste Form. Diese Spezies ist weltweit erprobt und verbreitet ? Sehen Sie sich doch mal die rechte Spur auf der Autobahn an - LKW-Koffer bis zum Horizont.

Nur leider sind die meistens nicht so schick - deshalb haben viele "sogenannte" Expeditionsfahrzeuge einen angeschnittenen Bürzel - wir sind ja eine besondere Spezies.Dieser Bürzel ist statisch nicht besonders klug, dafür aber teurer in der Herstellung und daher besser für den Hersteller!

In Wirklichkeit ist er nur ein zu grosser, optisch etwas kaschierter Überhang, der weit hinter der Hinterachse hängt. Dort lässt sich trefflich viel stauen und aussen noch mal zwei komplette Reservereifen mit je 150 kg anbringen. Das freut die Hinterachse der gequälten Unimogs und deswegen sind die aus unerklärlichen Gründen immer wieder mal kaputt. Man müsste dies mal dem "Unimog-Schutzbund" melden!

Ist dieser Bürzel vielleicht die Eintrittskarte für den Club der "harten Expeditionsfahrer" oder hat er nicht Ähnlichkeit mit den Heckspoilern unserer Milchzahnrocker? Die LKW-Fahrer in Afrika und Asien, die ja tagtäglich diese Strecken fahren, die wir als "Expedition" bezeichnen, haben diesen Bürzel komischerweise nicht. Na ja, sind halt arme Völker und technisch noch nicht so weit?

Der Alkoven

So sollten Sie NICHT ausgerüstet sein, wenn sie gesund von Ihrer Expeditionsreise zurück kommen wollenOhne Alkoven wäre die heutige Campingindustrie am Boden zerstört! Auf guten Strassen und Campingplätzen hat er natürlich auf Grund seines guten Raumangebotes seine Berechtigung. Man darf nicht nur über ihn lästern, im Stand ist er allen Konstruktionen überlegen. Hierunter fallen nicht die kleinen Klapp-Alkoven, die maximal 30 cm über das Fahrerhaus reichen. Wie schon bereits am Anfang erwähnt, reden wir hier nur von echten Off-Road-Expeditionsfahrzeugen.

In der Kategorie Expeditionsfahrzeug und schwacher Pickup ist der Alkoven nur eine Lachnummer, da die Fahrzeuge schon ohne Alkoven technisch an Ihrer Leistungsgrenze sind. Mit dieser Konstruktion ist es endlich geglückt, alle schlechten Eigenschaften in einer Bauform zu vereinigen.

Grundprinzipien für den Fahrzeugaufbau

Beachten Sie, dass Ihr Fahrzeugaufbau folgenden Grundprinzipien gerecht werden:

  • Ihr Fahrzeug ist für den Langzeitgebrauch gedacht, es müss als Weltmobil den extremsten Bedingungen standhalten und soll Ihnen eine Umgebung bieten, in der Sie sich sicher und geborgen fühlen.
  • Der Aufbau muss in allen Details praxisbezogen gebaut und für Fern- als auch Langzeitreisen geeignet sein. Im Innenausbau sollte eine variable Modulbauweise verwendet werden, da sich ja Ihre Bedürfnisse und Ansprüche im Laufe der Zeit ändern.
  • Das Fahrzeug ist containertauglich, ohne Alkoven - sondern mit einem Hubdach. Dieses Hubdach sollte klappbare feste Seitenwände haben (zu kombinieren mit Moskitonetzen, ohne Netze, oder mit lichtdichten Neopren-Seitenteilen).

    Übrigens, containertauglich bedeutet in der Praxis eine Einfahrtshöhe von 226 cm in den Container, theoretisch bis zu 230 cm. Die berühmten Stahl- oder Aluscheiben anstatt der Reifen sind übrigens sehr problematisch. Stellen Sie sich vor, Sie versuchen nur auf der Felge, ohne Reifen drauf, 5 cm in den Container hochzufahren. Das Ding rutscht seitlich weg und macht nichts als Ärger. Ich wünsche Ihnen dazu gute Nerven und möglichst keine Beulen!
  • Stimmen Sie Ihren Aufbau werden auf das Fahrzeug unter Berücksichtigung der geltenden Naturgesetze ab. Das Ganze muss eine harmonische Einheit sein.

Achtung - ab hier lesen Sie auf eigene Gefahr weiter!

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Betrachtungen zu den verschiedenen Kofferbauformen
Datum:   13.10.2004
Autor:   Willy
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