Zubehör allgemein

Einsatz als LagerfeuerFür alle die sich rein gar nichts darunter vorstellen können hier eine kurze Einführung in die Welt des gezähmten Feuers: Im Amerika, nach dem grossen Bürgerkrieg trieb es viele Arbeitsuchende durchs ganze Land um sich hier und da gegen Bezahlung zu allen möglichen Arbeiten zu verdingen. Sie benutzen das Eisenbahnnetz um kreuz und quer durchs riesige Land zu reisen und man nannte sie Eisenbahntramps oder auch Hobos.

American Pancakes gelingen perfekt!Da sie quasi in den Wagons lebten, schliefen und nat. auch irgendwie Essen zubereiten mussten hatte irgendwann mal jemand eine geniale Idee in die Tat umgesetzt. Konservendosen wurden durch geschickte Manipulationen in Form von eingesetzten Stegen und Luftlöchern an den richtigen Stellen zu kleinen leistungsstarken Kochstellen umgebaut. Auf einem Blech als Unterlage stehend konnte man damit mit mit kleinen Mengen Holz sehr effizient in den Wagons kochen und auch ein kleines Feuer zum aufwärmen unterhalten ohne gleich die Wagen abzufackeln. Das die Konservendosen das nicht allzulange mitmachten war egal, man baute sich bei Bedarf einfach einen neuen Kocher. Seit dieser Zeit nennt man solche Konstruktionen auch einfach Hobo-Ofen.

Mit dem Aufkommen neuer Techniken und flüssiger Brennstoffe geriet das Prinzip etwas in Vergessenheit. Zumindest in Europa hat es wohl auch nie eine grosse Rolle gespielt. Man machte Lagerfeuer und mit mehr oder weniger Erfolg wurde auch auf dem offenen Feuer gekocht, wer es einmal versucht hat weiss das das gar nicht so leicht geht. Oder es wurden gleich kleine Kocher in den verschiedensten Ausführungen und mit unterschiedlichen Brennstoffen benutzt. Einen Nachteil aber haben diese Kocher trotz aller Einfachheit in der Bedienung, zumindest wenn man den Beteuerungen der Hersteller glaubt, und trotz der relativ grossen Energieausbeute je nach Brennstoff. Diesen muss man immer in ausreichender Menge mitführen und abseits der Zivilisation oder auch oft nur in einem anderen Land ist der spezielle Brennstoff, sei es nun Benzin oder Spiritus oder auch Gas oftmals nicht oder nur unter Schwierigkeiten zu bekommen.

Deftige Speckpfannkuchen schmecken so gemachtVor Jahren nun entsann sich ein Tüftler dem alten Hobo Prinzip und baute einen Hobo Ofen der unter Kanuten, die das einfache Lagerleben ohne viel Technik mochten bald bekannt und beliebt war. Inzwischen gibt es ein paar Variationen in Form und Grösse auf dem Markt die sich, gleich im PEcht heiss: der leistungsstärkste der 3 möglichen Brenner, der Simon Stoverinzip, eigentlich nur im Material, der Leistungsfähigkeit und oder im Preis unterscheiden.

Als ich vor einigen Jahren bei einer Kanutour einen Paddler traf der gerade sein Kaffeewasser auf einem selbstgebauten Hobo-Ofen kochte war ich sogleich von der einfachen und doch genialen Konstruktion fasziniert und kaum war ich wieder unterwegs wälzte ich schon Pläne im Kopf wie und woraus ich mir auch so einen Ofen bauen könnte. Der Paddler hatte seinen aus einem Eisenrohr gebaut, relativ dickwandig, schwer und natürlich rostend. Ich wollte das aus rostfreiem Stahl und mit wesentlich dünnerer Wandstärke machen. Eine ausführliche Geschichte über die Entstehung „meines“ Hobo-Ofens findet Ihr hier: www.explorermagazin.de/kochenuw/outofen.htm

Nur soviel, es war nicht ganz so einfach und es brauchte auch mehrere Anläufe bis ich zufrieden war. Ich wich von der ursprünglich runden Form ab und baute meine Interpretation des Hobo Ofens viereckig, erst zusammenklappbar mit Scharnieren - und danach völlig zerlegbar. Man brauchte die Teile ohne Werkzeug nur zusammen zu stecken. Dies erforderte aber eine sehr präzise Fertigung und nach den ersten Modellen die ich von Hand baute liess ich nun die Teile mit Laserschneiden fertigen. Leider stiegen in letzter Zeit die Energiepreise und auch die Rohstoffpreise ganz enorm an. Die Herstellungskosten liefen davon und ich entschloss mich den Ofen nun wieder in der usprünglichen runden Form, die deutlich weniger Material und auch weniger Laserschneidzeit braucht zu bauen. Obwohl sich die wenigen auf dem Markt befindlichen Hobo-öfen in der Funktion gleichen nehme ich für meinen Ofen in Anspruch das ausgeklügelste Zubehör zu bieten.

SpirituseinsatzIch mache damit den „einfachen“Holzkocher auch zu einem superschnellen Grill. Ein Einsatz macht es möglich für Fälle in denen man kein „richtiges“ Feuer machen kann oder darf, einen kleinen Spiritusbrenner einzusetzen. Nun hat man einen leistungsstarken Kocher mit stabiler Topfauflage und perfektem Windschutz. In dieser Kombination kann man sogar mit einem speziellem Aufsatz auf dem Kocher toasten. Der Clou ist das zerlegbare und zum Transport im Ofen zu verstauende Untergestell das es ermöglicht den Ofen, egal ob als Kocher oder als kleines sicheres Lagerfeuer, auf fast jedem Untergrund, im Prinzip sogar auf einem Holztisch zu betreiben.

Der Ofen mit Untergestell und GrillDer Aufsatz: für grosse Töpfe und besseren ZugRasenflächen werden nicht verbrannt und man verlässt sein Lager ohne die geringsten Spuren zu hinterlassen. Ich empfinde die massenhaften Brandstellen an jedem denkbaren Lagerplatz als wirklich hässlich und auch störend. Das passiert mit dem „Luchsfeuer“ wie ich mein Modell angelehnt an meine Mailadresse Lodjur@... (schwedisch für Luchs)getauft habe nicht mehr. Besonders schön ist die Möglichkeit nach dem kochen einfach etwas grössere Holzstücke einzulegen und man hat sofort ein kleines kontrolliertes und sicheres Lagerfeuer mit fast der gleichen Stimmung wie ein „normales“. Knisterndes Holz, flackerndes Licht und Wärme. Alles da! Was fehlt ist die Gefahr des einbrennens der Glut in den Boden und somit verdeckte Brandgefahr, die hässlichen Brandstellen und überhaupt ist die Handhabung von Feuer so wesentlich sicherer. Der grosse Vorteil des Hobo Prinzips ist die sparsame aber hochefiziente Verbrennung, Brennmaterial liegt kostenlos überall herum. Der Ofen frisst alles, Rinde, Blätter, Zapfen und Reisig. Alles Sachen die in einem normalen grossen Feuer einfach so verpuffen würden. Es gibt keine Folgekosten, man braucht keine fieseligen Düsenersatzteile und der Ofen hat eine extrem lange Haltbarkeit.

Wer nun mehr über den Luchsfeuerofen wissen möchte, willkommen auf www.lodjur.de


Hobo-Ofen-Luchsfeuer Ofen...Was ist das denn?
Datum:   10.08.2005
Autor:   Lodjur
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