Weltreisen

Die Fidjianer sind mit vollem Recht in der ganzen Region als 
besonders freundliche Gastgeber bekannt Man braucht Nerven und man muss die Ruhe bewahren - vielleicht gilt das für Südseereisen ganz besonders! Aber der Reihe nach. Der Abschied von Fidji war herzlich. Die Fidjianer sind mit vollem Recht in der ganzen Region als besonders freundliche Gastgeber bekannt - vielleicht wollen sie etwas gut machen. Vor drei Generationen noch hatten sie ihre Besucher aufgegessen, „cannibalised“, wie es englisch treffend ausgedrückt wird.

Mit dem Flieger also zur Hauptinsel der 
Cook-Islands, nach Rarotonga. Mit dem Flieger also zur Hauptinsel der Cook-Islands, nach Rarotonga. Der Samstag begann jetzt ein zweites Mal, wegen der Datumsgrenze, die ich überquerte. Wer Unterkünfte vorbestellt - und das sollte man hier besser tun - muss da höllisch aufpassen! Bei Air New Zealand bekommt man ein Spezialticket, mit dem man einige Inseln hier günstig anfliegen kann. Das hatte ich nun vor, aber zunächst war alles ernüchternd. Langes Warten auf den Shuttle Bus, der mich zur vorgebuchten Lodge bringen sollte. Wer Unterkünfte vorbestellt - und 
das sollte man hier besser tun - muss da höllisch aufpassen!Der obligatorische Blumenkranz wurde nur sehr lieblos abgeliefert - in Fidji war das anders! Die Lodge lag direkt am Meer, aber man sah sofort, erst kürzlich hatte ein Zyklon Dächer teilweise abgedeckt, die Büsche weitgehend entlaubt und Palmen geknickt. Bald wurde mir klar, was die Laune der Leute hier trübte: das war bereits der vierte Wirbelsturm der Saison und schon rückte der nächste an: der Zyklon Percy! Mir war das recht, hatte ich doch noch keinen Wirbelsturm erlebt …

Das Schnorchelrevier war direkt dem Hotel gegenüber auf der anderen 
Straßenseite.... Am nächsten Tag wurde die Insel erkundet. An Tauchen war jetzt leider nicht zu denken, so blieb dann das Schnorcheln. Das Schnorchelrevier war direkt dem Hotel gegenüber auf der anderen Straßenseite, nicht schlecht! Am Sonntag dann der Flug nach Aitutaki, einer Trauminsel wie aus dem Bilderbuch. Trotzdem hielt sich meine Laune in Grenzen, denn die Kamera rebellierte und mein Brillengestell zerbrach. Bedeutend unangenehmer war es, als ich am nächsten Tag pünktlich wie verabredet um 13 Uhr am Flughafen war. Hier sollte es jetzt nach Atiu gehen, zu einer weiteren Trauminsel. Es startete gerade ein Flugzeug - wie ich wenig später erfuhr, hätte ich da mitfliegen sollen. Ich hätte via Rarotonga nach Atiu fliegen sollen - eine Umbuchung von Air New Zealand wegen Percy. Gut gemeint, nur hatte man vergessen, mich davon zu informieren!

stundenlanges nervendes Warten auf 
dem Aitutaki-Winz-AirportNun folgte stundenlanges nervendes Warten auf dem Aitutaki-Winz-Airport. Man unterstellte mir zunächst, ich hätte Schuld an dem Dilemma und sollte nun schauen, wie ich selbst aus dem Schlamassel herauskomme. Dann kam telefonisch die erlösende Meldung aus Rarotonga, dass ich noch diesen Abend einen Flieger dorthin bekommen würde. Am Flughafen in Rarotonga wartete dann eine Dame mit neuen Gutscheinen für mich. Ich sollte in Rarotonga noch einen Tag bleiben, daran würde sich dann die Atiu-Tour anschließen. Ich erhielt wieder meine alte Lodge.

Der Sturm Percy hat die Richtung geändert und hält direkt auf 
unsere Insel zu Am Mittwoch gab es zum Frühstück eine unangenehme Nachricht. Percy hat die Richtung geändert und hält direkt auf unsere Insel zu. Atiu ade, oder? Am späten Nachmittag ging ich noch mal ans Meer. Das Wasser in der Lagune war spiegelglatt - Schnorchel und Maske auf, 
Unterwasserkamera um den Hals und hinein in die Südsee!Das Wasser der an den Strand angrenzenden Lagune war spiegelglatt - die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Draußen am Riff jedoch - man konnte es gut sehen - schien das Wasser zu kochen. Die Gischt spritzte viele Meter hoch. Aber das Wasser war warm! Schnorchel und Maske auf, Turnschuhe an, Unterwasserkamera um den Hals und hinein in die Südsee!

Diese Lagune hatte es in sich, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Korallenblöcke standen hier im Abstand von etwa 10 m, dazwischen in etwa 1,50 m Tiefe feiner Sand. Das Besondere war: Es wimmelte hier von Korallenfischen. Es waren weit mehr als das, was man als Taucher oder Schnorchler gewohnt ist. Offenbar hatte sich alles was konnte aus der höllischen Riffzone zurückgezogen und in die ruhige Lagune gerettet. Unvergesslich für mich: Tischgroßer 
Korallenblock mit armdicken MuränenEin nur etwa tischgroßer Korallenblock in dem sich gleich drei armdicke Muränen aufhielten. Schön und eindrucksvoll - und alle sahen unterschiedlich aus, sie gehörten zu drei verschiedenen Arten. Bei Sonnenuntergang ging ich noch mal ein Stück am Strand entlang. Das Wasser war ruhig, kein Mensch weit und breit. Doch eine junge Polynesierin in bunten Kleidern saß fast unbeweglich im seichten Wasser der Lagune. Sie schaute zu den schwarzen Wolken am Horizont und sang dabei unentwegt. Wunderschöne Südsee-Melodien, nur für sich selbst. Wollte sie den Sturm beschwören? Ich war verzaubert, aber trotzdem sehr enttäuscht. Ich hatte meine Videokamera nicht dabei und das bedauere ich heute noch! Die Fenster vor den Häusern wurden mit Brettern vernagelt, die Dächer mit Seilen festgezurrt. Percy sollte in der Nacht kommen. Die Schiffe hatten den unsicheren Hafen verlassen und waren ans Riff gefahren. Hier verankerten sie sich und fuhren, von der Ankertrosse gehalten, mit voller Kraft dem Sturm entgegen. Das ist eine hier altbewährte Methode Stürme zu überstehen - aber wehe, wenn der Diesel ausgeht!

  

Im dichten Urwald gibt es viele Geheimnisse: von außergewöhnlichen Vögel in Höhlen bis hin zu menschlichen 
Skeletten

Percy blieb gnädig, er streifte Rarotonga nur. Trotzdem gab es Schäden, wieder waren Aufräumarbeiten nötig. Aber immerhin - eine kleine Propellermaschine brachte mich wie verabredet nach Atiu. Hier könnte ich nun viel erzählen, über Roger und Jürgen, über den Birdman George, über menschliche Skelette und außergewöhnliche Vögel in Höhlen … und über Mücken! Auch der Rückflug nach Rarotonga war unproblematisch. Ich hatte einen Fensterplatz und 
konnte sehen, dass das Meer unter mir kochte.Ich hatte einen Fensterplatz und konnte sehen, dass das Meer unter mir kochte. Die Landung im strömenden Regen. In wenigen Stunden sollte es weitergehen nach Papeete, Tahiti. Hier ist das Wetter bestimmt so wie man es von der Südsee erwartet! Dann der Superhammer: Mein Flieger konnte wegen des Wetters nicht landen; er flog ohne Zwischenlandung nach Papeete. Ein weiterer kreiste über dem Airport und flog nach Auckland zurück!

Beil allem Stress bleiben mir DIESE Bilder immer in guter ErinnerungEine der Mitarbeiterinnen von Air New Zealand fragte, ob ich die Blumenkette noch bräuchte, die ich in Atiu bekommen hatte. Sie würde sie gern in den Kühlschrank legen - der Sturm hätte alle Blüten auf Rarotonga zerschlagen und neuankommende Gäste würden sich doch über so eine Kette freuen … Natürlich bekam sie die Kette. Ich freute mich, dass ich wenigstens für die Nacht ein Hotel bekam - natürlich nur als Selbstzahler! Am Hotel sah ich, dass der Sturm nicht schlecht getobt hatte. Ob ich in den nächsten Tagen von Rarotonga weg komme? Meine Hotels in Tahiti hatte ich schon vorgebucht und bereits bezahlt. Wer kommt dafür auf? (Wie sich später herausstellen sollte: ich!). Eine interessante Nachricht nach einigen Stunden Ungewissheit: Um 12 Uhr am nächsten Tag öffnet Air New Zealand am Airport seine Tore und die Ohren und Herzen für gestrandete Touristen.

Ich war bereits zwei Stunden früher dort, organisierte mir eine Bank und wartete vor dem Eingang. Ich war um 12 Uhr die Nummer 3 in einer riesigen Schlange und erhielt als einer der ganz wenigen Glücklichen einen Flug. Allerdings nicht direkt nach Papeete, sondern nach Auckland in Neuseeland. Von dort sollte es dann am nächsten Tag weitergehen. Das war ein Umweg von 6000 km! Die direkte Strecke nach Papeete betrug etwa 1000 km. Aber mir war es recht - wenn es man nur klappt! Alle Möchtegernreisenden standen nachmittags am Rand der Landepiste und erwarteten den Jet aus Neuseeland. Als er dann kam und tatsächlich auf der Piste aufsetzte - das Wetter war mies und sicher war die Angelegenheit nicht! - haben alle kräftig applaudiert und das mit Wein oder Sekt gefeiert. Das hatte ich auch noch nicht erlebt!

Mehr von meinen Reise-Highlights könnt ihr auf meiner Homepage www.reise-um-die-welt.de nachlesen.
Ich habe von meiner 8-monatigen Weltreise in langer Arbeit einige Natur Reise Videos hergestellt. Neben der Südsee war ich in Myanmar (Burma), in Indonesien (2 Monate), Australien (2 Monate), Neuseeland und im Süden Südamerikas bis hinunter nach Feuerland. Auch zu den DVDs gibt es mehr Infos auf meiner Homepage. Neben den Filmen (pro DVD zwischen 63 und 86 Minuten) gibt es auf jeder DVD noch 1 oder 2 animierte Dia-Shows zu den betreffenden Reisen. Über Bestellungen würde ich mich freuen - ich biete sie so günstig an wie es gerade geht (14 € + Porto).


Begegnung mit Percy
Datum:   07.04.2006
Autor:   Erdmann
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