Afrika

Afrika rundum - mit René Kägi und Sonja Kostezer

In der netten Stadt Larache tauchen wir erstmals in das exotische Leben einer orientalischen Stadt einAm 16. Oktober setzten wir mit der Fähre von Algericas nach Ceuta über. Ganze 20 Minuten dauerte die Grenzabfertigung am Marokkanischen Zoll – das ist ja schon fast rekordverdächtig. In Larache tauchten wir zum Angewöhnen erstmals in die Exotik und den Schmutz einer marokkanischen Medina. Weitere Streifzüge durch die immer wieder faszinierenden Bazare folgten dann in Rabat und Essaoiura. Das wunderschöne Essaoiura mit dem sehr interessanten und malerischen Fischerhafen war ein absolutes Highlight. In Agadir war dann Wäsche waschen und Duschen angesagt. Sonst hielt uns dort aber gar nichts und so ging es sehr bald wieder weiter. Ein abwechslungsreicher Abstecher durch eine faszinierende Berg-Landschaft führte uns nach Tafraoute und dann wieder zurück zur Küstenstrasse. Am Atlantik empfing uns dann ein feuchter Nebel, verursacht vom kalten Kanarenstrom. Der nächste Tag war dann aber wieder sonnig und lud nochmals zum Verweilen ein, bevor es durch die trostlose Wüste der West-Sahara ging. Vor Laayoune trafen wir auf dem netten Wüsten-Camp „Les Bedouins" auf Marcel und Margaret.

In gemeinsamer Fahrt ging es am folgenden Morgen weiter südwärts. Im ehemaligen Sperrgebiet wurden unsere Pässe das erste Mal von der überaus freundlichen Polizei kontrolliert. Bisher wurden wir an den zahlreichen Polizeikontrollen immer durchgewunken. Den Hütern des Gesetzes wurde offenbar von höchster Stelle eingetrichtert, Touristen sehr zuvorkommend zu behandeln. Nun, uns sollte es recht sein.

Wo sich die Sandwüste mit der Wasserwüste trifft. Westsahara - Süd-Marokko.Die Strasse ist jetzt bis vor die Mauretanische Grenze asphaltiert und auch die Treibstoff-Versorgung ist gut. Nach dem Marokkanischen Zoll wird man dann aber in die Wüste geschickt, welche unangenehmerweise immer noch vermint ist. Nach einigen Kilometern erblickte René dann eine neue Asphaltstrasse und wir fuhren entgegen unseren GPS-Daten auf dieser weiter. So wie sie im Nichts begann, hörte die Asphaltstrasse auch wieder im Nichts auf. Ein ebenfalls neuer Wegweiser – welchem wir dann auch folgten - zeigte dann aber grossartig nach Nouadhi-bou. Die Piste war in der Folge aber ziemlich bald arg versandet, mit tiefen LKW-Spuren, und so sassen wir auch schon das erste Mal fest. Nachdem Beni wieder befreit war, gab es zuerst ein Mal eine Beratschlagung, was weiter zu tun sei. Wir kamen aber bald zum übereinstimmenden Entschluss, dass wir auf dieser Piste nicht weiter können. Also fuhren wir wieder zurück auf die neue Asphaltstrasse um den vorgegebenen Weg dort wieder fortzusetzen, wo wir ihn verlassen hatten.

Die erste Mauretanische Grenzkontrolle war dann selbst für uns eine neue Erfahrung: In einem aus aufgeschichteten Steinen erbauten Häuschen von 4 Quadratmeter Grundfläche, mit einem Dach aus Plastikplanen, wurden unsere Pässe kontrolliert und die Daten auf ein Blatt Papier gekritzelt. Bei unserem Eintreten räkelten sich die beiden Uniformierten noch auf einer Liege. Mit einem breiten Grinsen fragten sie dann nach einem „Cadeaux". Immerhin, sie fragten freundlich und um ihren Job waren die beiden bestimmt nicht zu beneiden. So erhielten sie je einen Kugelschreiber, worüber sich die beiden Beamten sichtlich freuten.

Es folgten noch einige Kontrollposten mit Devisenerklärung und Versicherungsabschluss. Erst kurz vor Dunkelheit trafen wir auf dem Campingplatz in Nouadhibou ein. Den ganzen Tag haben wir benötigt, um durch das Grenzgebiet zu kommen. So schien uns ein erholsamer Tag auf dem Camping mit Besuch eines Internet-Cafés – es gibt mittlerweile mindestens 2 dieser neuzeitlichen Einrichtungen und jedes verfügt über mindestens 10 Bildschirme. Nur war die Übertragung dermassen nervtötend langsam, dass es uns bald verleidet war.

Dann ging es wieder zurück Richtung Grenze und auf anfänglich noch gut sichtbarer Piste südwärts. Die Spuren verzettelten sich aber bald einmal und wir waren froh über die GPS-Daten. Lange Sandfelder, zum Teil mit Steigungen, gab es zu queren. Hier musste erstmals auch der Toyota von Marcel und Margaret freigeschaufelt werden. Einen wunderschönen Übernachtungsplatz fanden wir dann zwischen einigen Sanddünen, welche René mit seinem neuen Off-Road-Rollstuhl natürlich sogleich besteigen musste.

In der Wüste Mauretaniens. Schöner Lagerplatz zwischen Nouadhibou und Nouakchott.

Der folgende Tag brachte wiederum viel Abwechslung. Die Sandwüste war über weite Strecken dermassen flach, dass man wie auf dem Meer navigieren konnte. Kaum ein Hindernis stellte sich in den Weg. Als wir schon glaubten, das Tagesziel vor Augen zu haben, gab es noch einige happige Sandfelder und Sanddünen zu überqueren. Beide Fahrzeuge schafften es aber, ohne einzusanden: Unserer neuen Hinterachssperre sei es gedankt!

Im Fischerdorf Nouaghmar nahmen wir dann auf diesen erfolgreichen Tag erst ein Mal ein Bier am Strand und kauften einige Fische für das Nachtessen. Demonstrativ zeigte uns etwas später die Frau vom örtlichen Campingplatz eine Tafel, worauf zu lesen war, dass hier das Campieren verboten sei. Auf den Campingplatz wollten wir aber auch nicht, denn der kostete etwa 20 Franken pro Fahrzeug, und das für Null Infrastruktur. Also beschlossen wir, etwas weiter weg zu fahren, obwohl es bereits dunkel war. Dass das eine Bieridee war, sollte sich schon bald herausstellen, denn unser Beni versank im weichen Sand bis zu den Achsen. Statt die Fische zuzubereiten, mussten Sandbleche gelegt werden.

Die gefürchtete Strandpassage ist gewöhnungsbedürftig und mit der Zeit finden wir gar Spass an ihr.Am folgenden Morgen packten wir jenen Streckenteil, der uns allen am meisten Bauchweh machte: Die 150 Kilometer lange Strandpassage. Es ist unglaublich aber wahr: Die Hauptstadt Mauretaniens kann von Norden her nur über diese „Naturstrasse" erreicht werden. Und Nouadhibou, von wo wir ja herkommen, ist immerhin die zweitgrösste Stadt des Landes! Bei beginnender Ebbe ging es los. Der Wasserstand war immer noch hoch und der zu befahrende Spülsaum deshalb nur schmal und ziemlich steil. Unseren Frauen war es anfangs überhaupt nicht wohl. Mit der Zeit gewöhnte man sich an das stetige Beobachten der Wellen, das Ausfindigmachen der idealen Fahrspur und an den Nervenkitzel. Mit der Zeit machte es sogar Spass. Wir verbrachten eine wunderschöne Nacht auf dieser Passage und setzten den Weg am folgenden Tag fort. Glücklich – und auch ein bisschen froh – erreichten wir vorgestern Nouakchott. Die Freude wurde aber leider dadurch getrübt, dass eine Hinterachsfeder von Beni gebrochen ist. Somit werden wir wohl etwas länger als geplant hier bleiben müssen...

 

Afrika rundum - mit René Kägi und Sonja Kostezer

© 2004 Text/Bilder R.Kägi und S.Kostezer - DISCOVERY2010.NET erkennt alle Copyrights ausdrücklich an


Afrika rundum - von der Schweiz nach Mauretanien
Datum:   02.01.2005
Autor:   RKägi
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