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Meine kleine Bremach und Scam Story
05.03.2004 - 18:27

Meine kleine Bremach und Scam Story

Ich will mal kurz meine Eindrücke schildern, allerdings habe ich natürlich die "T3 syncro-Brille" aufgehabt, die Eindrücke sind also als rein persönliche Meinung zu werten.
Wen die Fahrzeuge näher interessieren, sollte vorher mal unter www.bremach.at und www.scamtrucks.de stöbern.

Bremach:
Zunächst mal die grobe Klassifizierung
Der Bremach ist ein lupenreines Nutzfahrzeug, das fühlt und sieht man an jeder Ecke. Der Aufbau mit dem Leiterrahmen, den Starrachsen und der aufgesetzen Karosse ist natürlich das Optimum, was Einfachheit und Robustheit betrifft. Die "Grundaustattung" würde ich mal mit einer T3-Pritsche ohne jegliche Extras vergleichen. Fahren kann man damit ...

Meine Meinung zu Aufbau und Konstuktion:
Alles macht einen soliden Eindruck. Es gibt eigentlich kein Bauteil, an welches man nicht rankommt oder innerhalb 5 min freilegt. Das Auto ist das reinste Schrauberparadies obwohl man genau das ja gar nicht will ;-). Die verwendeten Baugruppen sind Großserienteile bis auf das Verteilergetriebe, die Karosse und der Rahmen, das sind die einzigen Eigenkonstruktionen. Das "Nichtvorhandensein" von Bremach-Werkstätten kann man verschmerzen, man fährt einfach zu Iveco, dem Hersteller von Motor und Getriebe. Den Rest kann man schnell durchschauen.

Meine Meinung zum Fahren auf der Straße:
Die Sitzposition ist ähnlich wie im T3, alles bequem zu erreichen, Bremsen und Kuppeln funktioniert unauffällig. Allerdings hat man einen tollen Blick auf den Drehzahlmesser, dafür kann man den Tacho nicht sehen, der wird vom Lenkrad verdeckt ! Ich frage mich ja, wie sowas homologiert werden kann ...
Ich bin nur die Version mit 255/100R16-Bereifung (=9.00R16) gefahren, die Reifen mögen im Gelände ganz toll sein, auf der Strasse haben die nichts verloren. Ein Reifen mit Felge wiegt 80 kg !! Der Motor sollte 125 PS haben, er fuhr sich aber deutlich lahmer als mein AFN mit 110 PS und mein vollausgebauter Bus dürfte noch schwerer sein als das leere Vorführfahrzeug (Kastenwagen). Die Riesenreifen schlucken auch riesig Leistung. Bliebe noch abzuwarten, wie er sich mit den "kleinen" Reifen (255/85R16) fährt. Die Lautstärke im Fahrzeug war nicht komfortabel aber erträglich. Man muß zur Ehrenrettung aber sagen, das absolut keine Schalldämmung vorhanden ist ! Alles nur nacktes Blech. Gegen Aufpreis ist eine Schalldämmung aber lieferbar. Der Wendekreis selbst mit den Riesenreifen ist winzig, er liegt auf dem Niveau vom T3.
Der Federungskomfort ist erstaunlich gut, leider konnten wir keine schlechte Wegstrecke (Kopfsteinpflaster etc.) probieren, nur glatten Asphalt.
Das Fahrverhalten war im Vergleich zum T3 ziemlich schwammig, inwieweit die Reifen daran Schuld tragen, kann ich nicht definieren.
Die Lenkung war leichtgängig (Servo) und halbwegs direkt. Nicht so perfekt wie im T3 aber auch nicht so eklig wie in Ami-Schlitten.
Die Schaltung hat ultrakurze Wege, ich fand sie aber hakelig. Ich würde behaupten, mein Bus läßt sich leichter schalten und das will bei der T3-Schaltung was heißen. Die erste Gruppe im Untersetzunggetriebe (1:0,8) läßt sich leicht in jeder Fahrsituation schalten, demnach stehen einem also insgesamt 10 Strassengänge zur Verfügung (die man natürlich nicht braucht ...). Ebenso hat man 10 Geländegänge. Die Vorderachse kann ebenfalls immer zugeschaltet werden, gekracht hat nix. Auf der Strasse ist das wegen dem starren Durchtrieb aber nicht immer hilfreich.

Fahren im Gelände:
Konnte ich leider nicht testen, die "Papierwerte" des Bremach versprechen aber mehr als ausreichendes Können.

Allgemeiner Eindruck:
Für Leute die die Gewichtung im Vergleich zum T3 syncro mehr in Richtung Robustheit und Geländeeignung verschieben wollen, ist der Bremach eine Alternative. Für Gelegenheitsgeländefahrer ohne Reiseambitionen in Off-Road-Gebiete taugt der Bremach nur bedingt. Als "Nachfolger" vom T3 syncro würde ich den Bremach nicht so direkt sehen, dazu ist er zu sehr Nutzfahrzeug. Man muß halt definieren, wo man seine Schwerpunkte setzen möchte.

Scam:
Ich will mich mal im wesentlichen auf Unterschiede zum Bremach beschränken, ich bin auch keinen gefahren.
Der Scam nutzt als Fahrerhaus das Großserienmodell vom Fiat Ducato. Innen ist er also ein Ducato incl. Sitze/Elektrik etc. Mir persönlich hat das nicht gefallen. Der Scam ist deutlich "verbauter" als der Bremach, an Motor und Elektrik kommt man nicht so einfach dran. Dafür hat er ein Verteilergetriebe mit Differential, was mir persönlich schon mal zusagen würde. Das Gehäuse scheint ziemlich identisch mit dem Bremach-Getriebe, es war wohl der selbe Konstrukteur am Werk (Scam und Bremach sind aber Wettbewerber, Scam ist ein Ableger, der von ehemaligen Bremach-Mitarbeitern aufgebaut wurde). Das Verteilergetriebe vom Scam wird elektrohydraulisch geschaltet, das macht es natürlich störanfälliger als die rein mechanische Lösung von Bremach.

Mein Fazit:
Einen Bremach mit Scam-Verteilergetriebe und 5-Gang-Automatikgetriebe von ZF könnte das sein, was in meinem Kopf rumspukt. Leider fehlen mir die finanziellen Mittel, solche Träume zu verwirklichen.

Grüße
Jens

Geschrieben von: Jens 16syncro Jens 16syncro im Original zu finden unter: http://vwbus.dyndns.org/bulli/michaelk/vw_bus_d/rupertiweb/bulli/messages13000/13662.html



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