Reiseberichte » Afrika
Tagebuch Namibia Expedition
27.09.2007 - 16:40

29 August 2007

 

Hallo und Willkommen im Tagebuch der Biosphere Expeditions Namibia Expedition. Ich bin Peter, der Expeditionsleiter für die anstehenden vier Blöcke und Ihr werdet in den nächsten Wochen nun in regelmäßigen Abständen von mir hören/lesen.

 

Gestern kam ich bei Matthias, dem Gründer und Chef von Biosphere an, um durch die Formalitäten zu gehen und die Ausrüstung für Namibia zusammen zu packen – noch mehr Ausrüstung ist schon im Okomitundu Studiengebiet. Gerade hat Harald, einer der Forscher vor Ort, angerufen, um uns mitzuteilen, dass die Land Rovers da und abholbereit sind.

 

Das ist schon unsere siebte Expedition in Namibia und zu den Geparden, die wir dort studieren werden, kamen in den letzten Jahren nun auch Leoparden und braune Hyänen hinzu.

 

Nachher werde ich in dem Flieger nach Windhoek sitzen, dort ist es warm (30°) und sonnig – also vergesst nicht Euren Sonnenschutz!

 

Ich freue mich schon darauf die Forscher wieder zu sehen und ich werde alles für die Ankunft des ersten Teams am nächsten Montag vorbereiten.

 

Ich schreibe wieder von Okomitundu.

 

 

Viele Grüße

Peter Schütte

(Expeditionsleiter)

 

 

31 August 2007

 

Ich habe es bis nach Namibia geschafft – nur leider mein Gepäck nicht, also seid bitte gewarnt! Offensichtlich gibt es bei der Gepäckverwaltung auf dem Flughafen Johannisburg Chaos und es gibt einiges an Gepäck das es nicht rechtzeitig geschafft hat. Falls Ihr also über Johannisburg kommt fragt beim Check-In, ob Ihr Euer Gepäck auschecken und selbst für den Weiterflug nach Windhoek wieder einchecken könnt. Das sollte die beste Möglichkeit sein auch mit Gepäck anzukommen.

 

Nun aber zu den erfreulicheren Dingen: wir sind alle hier bereit für Euch, die Farm, die Autos und auch die Ausrüstung und wir freuen uns schon auf eure Ankunft. Vor ein paar Tagen haben unsere Praktikanten hier in der Nähe Spuren der drei besenderten Geparde gefunden. Es scheint also, dass sie sich freundlicherweise zum Expeditionsstart in Richtung Farm aufgemacht haben. Offensichtlich brauchen wir nun nur noch Euch um mit der Arbeit zu beginnen!

 

 

4 September

 

Die letzen Tage vor Eurer Ankunft haben wir damit verbracht die Datenblätter vorzubereiten und zu sortieren und die letzen Einkäufe zu erledigen.

 

Gestern haben Harald, Alex, Tim und ich die Teammitglieder des ersten Block in Windhoek getroffen. Alle haben es rechtzeitig geschafft (mit Gepäck!). Nach der Zwei-Stunden-Fahrt zum Studiengebiet Okomitundu, sind wir direkt zur Einführung übergegangen. Diejenigen, die fahren werden haben mit Harald und mir den Off-Road Kurs gemacht, während Alex, Tim und Sybilla (Praktikanten)

Mit den anderen die Boxenfallen aufgestellt haben.

 

Alle Teammitglieder hatten heute Ihre ersten Sichtungen, so wie Kuduantilopen, Oryx, Springböcke und Nashornvögel. Und später am Abend ums Campfeuer wurden auch Moskitos gesehen ;o).

 

Heute Morgen haben wir mit einem späten Frühstück (7:30!) begonnen, danach nahmen Harald und Sybilla alle in zwei Land Rovern mit, um die Boxenfallen zu kontrollieren. Es wurde kein Gepard gefangen, aber ein Honigdachs war in Falle 4 und ein großer männlicher Pavian in Falle 6. Kein schlechter Anfang!

 

P.S. Mein Gepäck kam auch am Sonntagnachmittag an!

 

 

5 September

 

Nach zwei Tagen Training und Vorträgen haben wir uns nun in die kleineren Teams aufgeteilt. Harald leitet den Spurensuchtrupp mit Lina, Angela und Uwe. Sie fanden frische Spuren der Gruppe der drei männlichen Geparde. Sie haben auch Falle 2 kontrolliert, in der ein Störrisches Stachelschwein war, das einfach nicht raus wollte.

 

Die Fallenchecktruppe kontrollierten die anderen Fallen, die alle leer waren, aber es waren Hyänen Spuren bei Falle 1! Die Boxenfallen sind an Bäumen aufgestellt zu denen die Geparde regelmäßig kommen, um ihr Revier zu markieren oder auch an Stellen an denen Leoparden oder braune Hyänen vorbeikommen oder durch Beute angelockt werden. Wenn sie in die Box gingen werden sie sofort ruhig gestellt, um sie zu untersuchen und Blutproben zu nehmen oder Senderhalsbänder anzulegen. So ist zumindest der Plan ;o).

 

Eine Menge Spuren wurden vom Beobachtungsteam des Wasserlochs gefunden (Tim, Kelly, Helga und Karin). Das hilft um die Anzahl der Beutetiere zu bestimmen.

 

Das Telemetrie-Team (Ralf, Susi und Claudia) kam mit mir zur Mathildenhöhe, wo wir Signale des weiblichen Leoparden Nr. F009 empfangen haben. Wir haben versucht mehr Signale für die Dreiecksaufnahme zu bekommen, was nicht einfach war, aber unsere Bemühungen wurden belohnt! Wir haben nicht nur ihre Signale empfangen, sondern sogar auch frische Spuren von ihr gefunden.

 

Nachdem wir zurück waren und alle von unseren Sichtungen berichtet und sie aufgenommen hatten, teilten wir uns in die Nachmittagsgruppen.

Unsere Aufgaben am Nachmittag waren:

 

-          Dateneingabe: der Bonus bei dieser Aufgabe ist, dass man danach reiten oder wandern gehen kann.

-          Das Wildtier-Zähler-Team ist 20km gefahren und zählte Kudus, Oryx, Vogelsträuße, Warzenschweine und viele mehr. Die Wildtierzählung dient auch der Bestimmung der Dichte der Beute- und Wildtiere.

-          Das Team, das die Spielbäume und die Spuren kontrollierte zogen unter Leitung von Harald los, um zu telemetrieren und nach Spuren zu suchen. Harald war ein wenig enttäuscht, da das Team vom morgen nur den weiblichen Leoparden gefunden hatte und nicht „seine“ drei Geparden (von denen gab es leider kein Signal). Leider haben wir am Nachmittag keine weiteren Signale empfangen. Zum Ausgleich haben wir aber vier Giraffen gesehen und neue, frische Spuren von „Haralds“ Geparden.

 

Es ist tagsüber immer noch ein wenig zu heiß für diese Jahreszeit, am frühen Morgen 14°, später sind es um die 30° und die Sonne brennt, während es am Abend wieder etwas langärmliches ausgepackt werden muss, wenn wir ums Campfeuer sitzen. Willkommen in Afrika!

 

 

6 September

 

Haralds Team hat wieder Signale unserer Leopardin empfangen. Heute ist sie aber auf der Nachbarsfarm. Telemetriepunkt Nr. 6 war der erfolgreiche. Signale der wandernden F012, der anderen Leopardin, die ein Senderhalsband trägt. Leider hatten wir keine Zeit mehr die Dreipunktsuche zu starten, aber das Team sichtete Elenantilopen, Kudus, Kuhantilopen und Oryx.

 

Die Spurensuche war heute wirklich aufregend. Die Gruppe, unter Birgits Leitung, verfolgten Leopardenspuren hoch zu einem kleinen Plateau. Als sie auf dem Plateau waren fanden sie eine Menge Knochen – ein Esszimmer der Leoparden.

 

8 September

 

Die Telemetrie gestern machte Harald glücklich. Von der Nachbarsfarm empfingen Tim und sein Team Signale der Geparden-Gruppe, F005 und F006.

 

Das heutige Team triangulierte F012. Heldenhaft sind sie auf ein Kamledornbaum (mit sehr langen Dornen) geklettert, um von weiter oben ein besseres Signal zu bekommen. Die Spurensuche und –zählung ist auch recht erfolgreich – wir haben eine Menge Spuren von Leoparden, Hyänen und Geparden gefunden. Sie sind also alle hier – irgendwo, wir brauchen nur ein bisschen Glück, um sie zu sehen oder zu fangen. Aber wir sind ja noch am Anfang.

 

Heute Morgen verfolgte das Spurenteam frische Gepardenspuren und immer näher an Box 2 kamen. Doch ein paar Meter vor der Box drehte der Gepard wohl um. So kurz vorm Ziel.

 

Auch die anstrengenden Wege entlang des sandigen Flussbetts, die wir untersuchen, um neue Spielbäume zu finden, bringen positive Ergebnisse. Anscheinend haben einige Katzen die dortigen Bäume wieder genutzt.

 

Alle fühlen sich bald sicher mit ihren Aufgaben, also sammeln wir Daten, Daten, Daten. Gestern Nachmittag, zum Beispiel, fand das Wildzählerteam eine Rekordanzahl an Wild, mit 28 verschiedenen Arten, so zum Beispiel Kudu, Oryx und Steinbock ….und einen Fox mit fledermausartigen Ohren.

 

Aber wir arbeiten nicht nur. Alle genießen die Plauderei während den Mittagspausen oder während wir am Lagerfeuer sitzen und ein oder auch zwei Bierchen trinken. Und Leica (der Collie) hält alle auf Trapp und Bruno (Labrador) und Bundu (Cocker) muss immer ausgiebig gestreichelt werden. Ich glaube sie lieben es, wenn das Team da ist.

 

 

9 September

 

Am Sonntag starteten wir mit einem Fang, wieder in Box 1. Die Mungos spielen ein Spiel mit uns. Und es gibt auch wieder frische Hyänenspuren. Das Fallenteam hat auch wieder ein Stachelschwein in Box 2 gefunden und ein junges Pavianweibchen mit einem Jungen, dass sie fest an ihrem Bauch hielt. Die anderen Teams waren gestern Nachmittag und heute Morgen sehr erfolgreich bei der Spurensuche und –zählung. Sie fanden Gepardenspuren, die mehrere Kilometer verfolgt werden konnten. Einmal verloren, fand sie Pete, unser sehr erfahrener Buschmann und Spurensucher, immer wieder. In der Nähe eines bekannten Spielbaums, entdeckten sie Spuren von drei Geparden, wahrscheinlich unsere männliche Gruppe. Auf dem Weg durchs Buschland wurden wieder ganz frische (24 Stunden alt) Spuren von einer Leopardin und einem großen Leoparden gefunden. Am Nachmittag ist das komplette Team rauf zur Kuduspitze gefahren, der höchste Punkt auf Okomitundu (1647m). das ganze Team? – Nein, Kelly, Angela und Keith gingen den ganzen Weg zu Fuß, durch Dornenbüsche. Das hat eineinhalb Stunden gedauert und erschöpft aber glücklich trafen wir sie am Gipfel, von dem aus wir eine überwältigende Aussicht auf das Studiengebiet hatten. Auf dem Rückweg hatten die Studenten auf der Mathildenhöhe kalte Getränke vorbereitet und wir genossen einen wunderschönen afrikanischen Sonnenuntergang.

 

 

11 September

 

Montag war Ruhetag und alle sind mit Birgit, Tim und Sybilla nach Omaruru gefahren. Zeit zum shoppen und am Nachmittag besuchte alle die Wildhütte von Omaruru und machten eine „Safari“ mit. Antilopen, Giraffen, Elefanten und Nilpferde haben sie gesehen und fotografiert. So stellen sich die meisten Menschen das „wahre“ Afrika vor. Und ja, es ist toll die ganzen Tiere vor Deiner Nase zu sehen aber im Wesentlichen ist das einfach ein großer Zoo. Das wahre Afrika ist eher wie in unserem Studiengebiet. Natürlich ist es nicht voll von Wild und anderen Tieren wie in den Safari Lodges, aber wenigstens weißt Du, dass wenn Du ein Tier siehst, dieses auch ein echtes Wildtier ist; und bene kein „Ausstellungsstück“ im Zoo.

 

Dienstag – wieder bei der Arbeit. Das Boxenteam fand wieder Hyänenspuren an Box 1, aber diesmal hatten wir die Beute auf die Box gelegt. Also hoffen wir, dass nicht wieder ein Mungo in die Falle geht, wenn es die Beute ansteuert. Es haben wieder Paviane Box 2 untersucht und heute wurden zwei Kleine von Birgit in die Freiheit entlassen. Die anderen Teams, die mit Beobachtung und Wildzählung betraut waren, entdecken so langsam die ganze Menge an Wildlife im Studiengebiet: Antilopen, natürlich Kudus und Oryx (mit den ersten Kälbern). Warzenschweine, Springböcke, Schakale und eine unglaubliche Menge an Steinböcken.

 

Diese Woche haben wir auch damit angefangen die Grundstückszäune zu kontrollieren. Es sind immer Wilderer da, die das Wild mit Hunden, Eseln oder Fallstricken jagen. Sobald eine Lücke im Zaun entdeckt wird reparieren es die Farmleute zusammen mit dem Team.

 

Eine große Gruppe, geleitet von Sybilla, ging heute zum Fuß der Kuduspitze um das Gebiet dort zu untersuchen. Als Keith am Sonntag auf den Berg stieg entdeckte er Kot und eine sandige, vielversprechend aussehendes Gebiet. Und sie entdeckten tatsächlich zwei Leopardenspuren, auch wenn sie schon relativ alt waren. Kelly, die fast jeden Morgen zu spät zum Frühstück kommt, hat die Walzenspinnen verpasst, die Hanne gefangen hatte. Uwe hat eine rießen Freude sie zu fotografieren – Biologen…. ;o) Die Küche versorgt und glücklicherweise jeden Tag mit unseren Lunchboxen und abends mit Oryx Steak oder boobotje (einem Hackfleischgericht).

 

 

12 September

 

Was für ein Tag! Ich habe mit Karin, Helga und Kelly die Boxen kontrolliert. Der lange Weg zu Box 1 hat sich gelohnt! Eine braune Hyäne saß in der Box – ganz ruhig hat sie uns nur angestarrt. Erst dachten wir es sei ein junges Männchen, aber Birgits spätere Analyse ergab, dass es wohl eher ein Weibchen war (bei Hyänen ist das nicht einfach zu erkennen). Nach der Untersuchung morgen, wenn wir sie ruhig gestellt haben, werden wir es mit Sicherheit wissen. Hoffentlich ist sie/er ein erwachsenes Tier, denn dann können wir ihr/ihm ein Senderhalsband anlegen. Leider haben wir noch keine besenderte Hyäne, die die wir letztes Jahr gefunden haben waren zu jung. Dieses Tier wäre also das erste.

 

Wir haben dann Haralds Team per Walki-Talki informiert und das komplette Team kam und war aufgeregt und glücklich. Wir haben das Tier mit Wasser in der Box gelassen, während Birgit alles für die Untersuchung morgen vorbereitet. Wow, was für ein Erfolg! Für gewöhnlich kann es bis zu 140 „Fangstellen-Nächte“ dauern, bis ein Tier in die Fangstelle geht (eine Nacht mit sechs scharfen Fangboxen entspricht sechs „Fangstellen-Nächte“).

 

Die übliche Arbeit ging weiter und nach wenig Ergebnissen in den letzten Tagen war (nur einfache Signale) war die Telemetrie heute wieder erfolgreicher. Sie haben Signale (per Triangulation) von F009 bekommen, die Leopardin die schon letztes Jahr gefangen und besendert wurde. „Stumpy“ (so wurde sie getauft, weil sie einen sehr kurzen Schwanz hat) ist sehr verlässlich – sie ist immer in der Gegend.

 

Bald mehr von den Untersuchungsergebnissen der Hyäne!

 

 

13 September

 

Das komplette Team kam heute Morgen mit zu der Box. Unterwegs haben wir noch Box 4 kontrolliert – sie war offen und leer. Die anderen Boxen hatten wir gestern schon gesichert, dass wir sie heute nicht kontrollieren müssen, wenn wir uns um die Hyäne kümmern.

 

Das Tier war sehr scheu und beobachtete Birgit und Harald sehr genau als sie sich näherten, um ihn ruhig zu stellen. Ihn, weil wir später dann, durch Birgits Analyse, feststellten, dass es ein kleines, gesundes, erwachsenes Männchen ist, in etwa vier Jahre alt. Birgit betäubte in mit dem Pfeil und schon 10 min. später konnten wir ihn zum Untersuchungstisch bringen. Er wiegt 34 kg, sein Halsumfang ist 48cm – also konnten wir ihm das Sendehalsband anlegen. Er ist also nun die erste besenderte Hyäne in unsrem Studiengebiet. Er kann uns dann Informationen darüber geben wo er sein Lager hat und in welchen Gebiet er umher streift. Leider konnten wir keine Blutprobe nehmen. Hyänen haben einen sehr speziellen Stoffwechsel und Blutzirkulation, mit niedrigem Blutdruck. So ist es wirklich schwierig Blutproben zu nehmen. Dafür haben wir andere Proben bekommen: eine Fellprobe, einen Abstrich vom Ohr und vom Maul.

 

Nachdem wir die Ohrmarke gesetzt haben und das Halsband angelegt hatten, legten wir sie in den Schatten und ließen ihm seine Ruhe, um aufzuwachen. Das hat etwa eine Stunde gedauert. Als er aufwachte war er natürlich noch sehr bedudelt und stolperte herum wie ein Betrunkener. Am späten Nachmittag empfingen wir seine Signale, er wandert umher in der Gegend in der wir auch sein Lager vermuten.

 

Nach diesem aufregenden Morgen nahmen wir in den Kleingruppen wieder unsere normale Arbeit auf, Wildzählungen, Überprüfen der Zäune, Dateneingabe, etc.  Am Frühabend haben wir auch wieder die Boxen aktiviert, bereit für die nächste Runde. Alex’ Team empfing nicht nur die Signale unserer besenderten Hyäne, sondern auch von zwei der männlichen Geparden Gruppe (Haralds Geparden!). Also wird die Aufgabe der morgigen Telemetrie-Gruppe sein ein Dreifach-Signal zu bekommen.

 

In den letzten Tagen wurden auch einige Leopardenspuren gefunden. Zum Beispiel eine eines großen männlichen Leoparden, sehr nahe an Box 3 (leider als sie nicht aktiviert war, wegen der Untersuchung der Hyäne), zum Glück scheint er die Box nicht entdeckt zu haben. Stellt Euch vor, er wäre in die Box gegangen während sie gar nicht aktiviert war. Das wäre wirklich ärgerlich gewesen….

 

 

15 September

 

Gestern wurde die letzte Datensammlung des ersten Teams abgeschlossen.

Schon wieder ist DIESES Stachelschwein in Box 2 gegangen und wieder wollte es die Box gar nicht verlassen. Heute haben wir einige Spuren gefunden: die eines männlichen Leoparden nahe Box 3, von Donnerstag, am Flussbett, neben Box 6, die einer Leopardin und die einer großen Hyäne an Box 4 und ganz frische Hyänenspuren!  Leider haben wir auch wieder Spuren von Wilderern mit Eseln und Hunden gefunden und das Alex Team, welches das Wasserloch beobachtete, sahen sogar Menschen über das Farmgelände laufen.

 

Ich will mich für die Arbeit herzlich beim ersten Biosphere Team bedanken. Die letzten zwei Wochen waren sehr erfolgreich. Neun Fänge, eine hohe Anzahl Spuren (12 Geparden, 15 Hyänen, 18 Leoparden) und eine Menge Sichtungen and Wildtieren. Ich denke der Fang und die Untersuchung der Hyäne wird Euch allen lang in Erinnerung bleiben. Der wunderschöne Sonnenaufgang nahe der Eulenkuppe sei auch nicht vergessen, der frostige morgen, die vielen Steinböcke und natürlich die Hunde und der Honigdachs!

 

 

19 September

 

Nach einem hektischen Montagmorgen in Windhoek mit einkaufen und anderen Dingen zu organisieren, haben Tim, Alex, Sybille und ich das neue Team bei Casa Piccolo abgeholt. Der Nachmittag verging mit den üblichen Abläufen, Vorträgen und Einweisungen. Nach diesem langen Tag sind dann alle schon früh ins Bett gegangen.

 

Am Dienstag haben wir gleich die Boxen kontrolliert (leider nichts, nicht mal Spuren) und haben in manchen Beute ausgelegt. Dafür haben wir weiteres Wild gesichtet: Kuhantilopen, Kudus und Vogelsträuße. Harald und ich haben mit den Vorträgen weiter gemacht und die Einweisung in die Ausrüstung.

 

Gestern hat sich das zweite Team dann in die Kleingruppen eingeteilt und wir haben mit der Datenaufnahme begonnen.

 

Meine Telemetrie-Gruppe fand ein verzweifeltes Perlhuhn in Box 1, sie muss rein sein nachdem Harald und sein Team gestern die Box kontrolliert hatten. Die mutige Nancy hat das arme Tier in die Freiheit entlassen. Auf dem Rückweg ins Camp haben wir mitten auf der Strasse einen Waran gefunden. Was für ein urzeitliches Tier.

 

Sybillas Spurensucher-Team fand alte Spur eines weiblichen Geparden und der Tag der ungewöhnlichen Tiere ging weiter: sie hatten ein Schuppentier entdeckt, was sehr ungewöhnlich ist, da sie eher nachtaktiv sind. Neben Box 4 wurden gewaltige Leopardenspuren entdeckt, Das Spurensucher-Team wird sie am Nachmittag weiter verfolgen. Ein Nachbar berichtete vom Verlust von Vieh, also wollen wir herausfinden ob das was mit diesem Leoparden zu tun haben kann.

 

Es ist immer aufregend und interessant Menschen aus verschiedenen Ländern und Werdegängen zu treffen. In diesem Block haben wir eine große Vielfalt: Briten, Deutsche, Amerikaner, Taiwanesen.

 

 

20 September

 

Heut war viel los! Ich bin mit Mary Beth, Jenny und Pearl los, um die Boxen zu kontrollieren. Die erste, in der wir gestern noch Beute ausgelegt hatten, war geschlossen aber leer. Wir haben Spuren von einem Honigdachs gefunden, außerdem hat etwas unter der Box gegraben, da war wohl jemand an der Beute interessiert (der Honigdachs?). In Box 3 fanden wir ein unglückliches Junges. Wir haben es sofort befreit und es ist gleich davon gelaufen. Was für eine schöne, kleine Katze!

 

Die Telemetrie war heute auch erfolgreich, sie konnten im westlichen Teil des Studiengebiets ein Dreiecks-Signal von  F012 empfangen. Sie ist gewandert, es wird also interessant sein zu sehen wo sie morgen sein wird.

 

Heute war auch der Tag der Spurensucher. Wir haben neun Spuren von verschiedenen Tieren gefunden. Fünf Leopardenspuren und vier Gepardenspuren. Ein weiblicher Gepard kam an Box 2 vorbei – sie hat sie nur um zwei Meter verpasst. Genau wie der Leopard letzte Woche. Warum nur gehen sie nicht rein. Trotzdem war es ein sehr erfolgreicher Tag für uns.

 

 

24 September

 

Die letzten Tage waren wir vor allem mit der Datensammlung beschäftigt. Das Telemetrie Team berichtet von starken Signalen der zwei Leopardinen aus dem Westen des Studiengebiets. Also konnten wir auch ein Dreiecks-Signal, das so wichtig ist für die genaue Positionsbestimmung, empfangen. Wie immer werden die größten Anstrengungen unternommen das beste Signal zu bekommen. Letztens taufte Nick unseren Praktikanten Tim „Tim, die Bergziege“ – niemand kann schneller wie Tim die berge hochklettern.  Am Freitag haben wir auch starke Signale der neu besenderten Hyäne empfangen, aus der Gegend in der wir sie auch vermuteten.

 

Am Nachmittag habe ich Harald und sein Team gefahren, um die bekannten Spielbäume zu untersuchen. Gerade als das Team aus dem Auto wollte kam eine Afrikanische Wildkatze aus dem Busch geschossen.

 

Das Wildzähler- und Wasserloch-Team berichten von vielen Sichtungen (und vielen ausgefüllten Datenblättern). Einige Kudus, Oryx, Kuhantilopen, Eland-Antilopen, Steinböcke, Sträuße, Paviane, Warzenschweine, Trappen, Impalas, Gelbschnabelsturmtaucher und Schliefer wurden gesichtet. Der Rekord wird von 64 Kudus beansprucht

 

Auch die Spurensuche, sei es durch Zufall oder gewollte Zählung, bringt gute Ergebnisse. Die Teams haben sieben Leopardenspuren gefunden, drei Geparden- und drei Hyänenspuren.

 

Die Boxen sind momentan anscheinend nur für Stachelschwein und Paviane interessant.

 

Früh am Freitagmorgen rief ein Nachbar bei Harald und Birgit an, dass sie ein Geparden-Junges mitten auf der Strasse sitzen sah, offensichtlich suchte es nach seiner Mutter. Also ging Birgit mit ihrem Team los, um die Spuren der Mutter zu suchen und zu folgen. Leider konnten sie den Spuren nur bis zum Nachbarzaun folgen, denn auf deren Farm haben wir keinen Zutritt. Hoffentlich hat das Kleine seine Mutter gefunden!!

 

Sonntagmorgen brachte dann eine nette Überraschung. Das Boxen-Team funkte: braune Hyäne in Box 1. Birgit war sofort zur Stelle, um sich einen Eindruck des Tiers zu verschaffen. Es war ein Jungtier, also beschlossen Birgit und Harald einen „hot release“ (heiße Befreiung) zu machen, d.h. man lässt das Tier ohne Betäubung aus der Box heraus. Dies taten sie weil das Tier ein Junges war und man somit kein Sendehalsband anlegen kann und es auch schwer ist Blutproben zu nehmen, da Hyänen durch die Betäubung so einen niedrigen Blutdruck haben. Eine Betäubung würde dem Tier nur unnötigen Stress aussetzen. Das ganze Team kam dann zu Box 1 und es gab Gelegenheit gute Fotos zu machen, als Harald das Tier in die Freiheit entließ.

 

Am Nachmittag sind wir alle auf die Kuduspitze hochgefahren um zu telemetrieren und einen kurzen Spaziergang zu machen (Kathy, Chris, Jens, Tim and Alex sind hoch gelaufen!). Da haben wir dann denn beeindruckenden Sonnenuntergang beobachtet und Nicks Geburtstag gefeiert.

 

Heute ist wieder Ruhetag und das ganze Team schloss sich Harald, Alex und mir an um nach Omaruru zum Einkaufen zu gehen und die Safari mitzumachen.

 

 

26 September

 

Zurück in der echten Wildnis schätzen alle die wahren Wildtiere zu sehen, wenn überhaupt. Gestern haben wir wieder Beute in Box 3 und 5 ausgelegt und die normale Feldarbeit wieder aufgenommen.

 

Der arme Harald hatte sich beim Luftballon aufblasen für seine Kinder verletzt, der Ballon platze und flog auf sein Auge. Also musste er nach Windhoek zum Arzt – glücklicherweise hat  seine Netzhaut nur ein paar Kratzer abbekommen und in ein paar Tagen sollte er wieder völlig in Ordnung sein.

 

Das Telemetrie-Team versuchte verzweifelt Signale von Harald Geparden zu empfangen – nichts, rein gar nichts!!

 

Kein frischen Spuren am Morgen – keine um sie nachmittags weiter zu verfolgen.

Als nahm ich mein Team und die Telemetrieausrüstung und wir versuchten im westlichen Gebiet Signale zu empfangen. Bedauerlicherweise keine Signale – dafür empfingen wir ein starkes Signal von der Leopardin F012, erst bewegte sie sich, dann ruhte sie sich aus. Wir folgten ihrem Signal und konnten dann auch ihre Position bestimmen – sie ruht am fuß des Hügels. Die Suche mit den ferngläsern war dann sehr, sehr erfolgreich. Der Expeditionsleiter mit dem meisten Glück auf dieser Erde konnte die schöne Katze für gerade mal zwei Sekunden sehen als sie hinter Büschen und Felsen verschwand. WOW! Die anderen beneideten mich (was hab ich für ein Glück) und zurück im Camp musste ich die Geschichte immer wieder erzählen. ;o)

 

Alex ging mit Nick, Kathy und Jens die Zäune kontrollieren und sie hatte eine angenehme Fahrt durch die bergige Landschaft im Westen des Studiengebiets.

 

Nach dem Abendessen haben wir uns in drei Teams geteilt. Zwei Teams gingen auf Nacht-Beobachtung (es ist Vollmond) zum Alter Damm und Felixposten und der Rest ging mit Tim um bei den Apostelhills zu telemetrieren und nach der neu besenderten Hyäne zu suchen.  Leider kein Signal. Aber die Beobachtungsteams hatten wieder Sichtungen und es immer aufregend im Dunkeln zu sitzen, versuchen leise zu sein und etwas zu entdecken.

 

Nach einer kurzen Nacht sind wir morgens wieder wie üblich los. Harald ist wieder da – einäugig… Während der Berichterstattung erfuhren wir von einer erfolgreichen Telemetrie/Triangulation von F012, von mehreren Wildtiersichtungen bei Johannesposten und von einer zwei Tage alten Leopardenspur. Das Boxen-Team und ich mussten zwei junge Paviane befreien, sie waren ganz schön verängstigt als Kathy und ich uns der Box näherten um sie in die Freiheit zu entlassen.

 

 

……to be continued……

 

 

 

 

 

 

 

 



biosexp


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