Rund ums Expeditionsmobil
Grosser Vergleichstest in Algerien
16.05.2004 - 15:19

Im Oktober starteten wir mit vier Bremach's, zwei Toyotas und einem Bucher-Duro zu einem grossen Vergleichstest der Fahrzeuge und der Aufbauten - unser Ziel war Algerien.

Von links nach rechts:
  • Bremach - Dustdevil-Version mit kleinen Rädern, Kofferaufbau 3 m mit Hubdach, jedoch ohne Seitenfenster, da wir dies aus Zeitgründen nicht mehr geschafft haben (Kampfgewicht ca. 4,0 to.)
  • ein Bucher-Duro mit dem Kommandowagenaufbau der schweizer Armee in Zivilversion (Kampfgewicht ca. 6,0 to)
  • Dann ein Toyota HZJ75 Dustdevil-Aufbau mit 250 cm Länge (Kampfgewicht 3,0 to)
  • dann Bremach TTREK - Doppelkabine mit Pritsche und grossen Reifen (9.00 R 16 - Kampfgewicht ca. 4,0 to)
  • dann wieder ein Toyota mit Pritschenaufbau
  • danach ein abgeänderter Bremach TTREK - mit 3 m Dustdevil-Aufbau - zu erkennen an der Klimaanlage auf dem Fahrerhaus (Kampfgewicht ca. 5,0 to)
  • der ganz rechts aussen ist ein Bremach - TTREK (inzwischen mit einem Dustdevil-Aufbau in 3,35 m). Dieser Bremach ist mit der Intercooler-Maschine ausgestattet und hat 9.00 R16 Reifen. Kampfgewicht 3,5 to.

Die Karawane rollt ....Der Begriff Kampfgewicht hat nichts mit dem Militär zu tun, es ist ein allgemeiner Begriff der sich aus dem gesamten Fahrzeug, dem Aufbau, den Flüssigkeiten, der Kleidung, Nahrung, Werkzeug und allem sonstigem Krempel zusammensetzt.  - Es ist das jeweils aktuelle Gewicht der gesamten Fuhre während eines Streckenabschnittes. z.B. nach dem letzten Tanken und Wasserauffüllen vor dem Erg.

Grosser und kleiner Bruder - die beiden Bremachs

Hier die zwei Haupttestkandidaten - links der Bremach mit den kleinen Rädern gegen rechts den Bremach mit den grossen Rädern.
Beide Bremachs sind bereits auf die Dustdevil-Version umgebaut, das rechte Fahrzeug ist jedoch schwerer, da es grosse Reifen, Klimaanlage, Hydraulikwinde und volle Inneneinreichtung mit reichlicher Zuladung hat. Dieses Fahrzeug kam nach dem Test in den Container und musste ca. 7 Monate in Australien schuften - Dustdevils haben eben ein schweres Leben!.

Der Schlamm an den Autos hält wie der Teufel und ist eine kostenlose Aufmerksamkeit eines gewissen Herrn Petrus, der für die Ablaufsteuerung des Wetters in der Wüste zuständig war  - wir haben ihm fristlos gekündigt wegen erwiesener Unfähigkeit. Später als sich die Räder vor Schlamm nicht mehr gedreht haben, war Autoputzen mit der Schaufel angesagt.
Die Auto-Politur konnte man wegen der zähen Lehmklumpen gleich mit der Schaufel miterledigen.
Das Arbeiten mit Schuhgrösse 95 war verdammt lästig, der Schuhputzservice miserabel.

Mit dem Toyo durch (fast) unfahrbares Gelände


... immer der Nase nach!

Hier noch mal einer der beiden Kandidaten von oben (gut zu sehen das eingeklappte Hubdach, die V2A-Seitentanks mit 320 l Diesel und die 255/85R16 Reifen)!

Vielleicht ganz interessant die absolut noch nicht in Anspruch genommenen Winkel am Fahrzeug. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die meisten "Winkelspezialisten" bisher nur theoretisch im Gelände waren?

Sehen Sie hier eine Notwendigkeit für den Expeditionsbürzel? oder fallen Sie regelmässig senkrecht nach unten - dann brauchen Sie nicht bessere Winkel sondern einen Lastenfallschirm!

Sieht aus wie 'ne Schildkröte, hat aber ordentlich Dampf! Und hier noch mal der andere Testkandidat von oben mit Klimaanlage, Bullbar für Australien, Milemarker-Hydraulikwinde und Solaranlage (der dunkle Strich hinter dem Hubdach).

Das Fahrzeug hat ein Hochdach, das um 20 cm höher ist als das normale Dach. Darauf ist noch eine Klimaanlage montiert, die jedoch für den Container abgenommen werden muss. Auf Grund der 9.00 R 16 Reifen muss auch noch das Hubdach und die Solaranlage abgenommen werden - dies ist bei den 255/85/R16 Reifen nicht notwendig.

Beide Autos waren mit 280 l Trinkwasser unterwegs, und haben an der Rückwand des Dustdevil-Aufbaues ca. 120 kg transportiert, ohne die geringsten Belastungsspuren aufzuweisen. Der Werks-Dustdevil hatte es etwas schwerer, er musste die gleiche Last nur mit ca. 30% der Haltepunkte tragen. Dafür gaben wir ihm saures, so mancher gewaltige Sprung mit dem gesamten Fahrzeug war zu erdulden!

Mr Bremach himself: Erich Christ - Erstklassige Hilfe immer vor Ort!Hier der Bremach in der Doppelkabinen-Ausführung mit hydraulischer Milemarker-Winde und mit einer kurzen Pritsche.
Der Radstand ist 3,oo m, gleiche Gesamtlänge wie die Dustdevils mit 3 m - Aufbau.
Das Fahrzeug ist Chip-getunt.

 

Hier der "Platzhirsch" unter den Bremachs - der TTREK mit grossen Reifen, langem Überhang für 3,35 m Aufbau, Intercooler-Motor und ebenfalls einer Prise Chip-Tuning. Als Geheimwaffe wurde im Gelände ein sehr junger Fahrer (J...) eingesetzt, der seine Aufgabe ganz toll gemeistert hat!

Das schafft nur der Bucher - Spuren im Sand!Auch ich wollte etwas dazu beitragen und so entstand das Kunstwerk "Dustdevil in violettem Wasser mit gerissenem Bergegurt hinter festgefahrenem Duro"  - aber Beeilung, die Sprinkleranlage mit künstlicher Beleuchtung und Donner kann jeden Moment wieder losgehen. Die Farben sind übrigens keine Fehlbelichtung! Ich kann nur sagen,  "der algerische Fremdenverkehrsverband hatte sich da wirklich was einfallen lassen"!

Unfreiwilligerweise haben wir an dieser Stelle noch einen Bergegurttest durchgefürt. Ein 10 to-Gurt riss und hat aus ca. 15 m Entfernung mit dem Schäkel die Tür des Duro schwer beschädigt. Na ja, Hilfsbereitschaft zahlt sich eben aus!?



Willy


gedruckt am Heute, 13:49
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