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11. Reisebericht: Indien - von Gerhard Rötzer
12.10.2005 - 13:54

Der Container samt Toyota ist in der sechs Mio. Stadt Chennai, dem früheren Madras, angekommen. Nach zwei Tagen, mit Hilfe eines Agenten, gibt der Zoll den Container, auf einem spärlich beleuchteten Gelände, gegen 22:00 frei. Außer leeren Starterbatterien war alles in Ordnung.
Eine Versicherung, wenn auch nur als Trostpflaster, ist in Indien unumgänglich. Der erste Besuch bei der Indian Oriental Versicherung, immerhin die zweitgrößte in Indien, war etwas überraschend. In einem Bau aus der Jahrhundertwende und original abgesessenen Möbeln, inmitten von vergilbten Aktenbergen, findet sich der etwas gelangweilte Mann für Kfz-Versicherungen. Nach einer Unmutskundgebung meinerseits wird der Chef gerufen. Ab jetzt funktioniert alles wie am Schnürchen. Am nächsten Tag bekomme ich die sechs Monatspolice für € 350 per Boten ins Hotel geschickt.

Standortbeschreibung Chennai,Südindien:

Datum Breite Nord Länge Ost Temp. Höhe
10.05. 13 Grad 02 80 Grad 24 37 C 10 m

Die Breite im Süden entspricht der Lage von Darwin in Australien.

Reiseroute
Route durch IndienEine notwendige Vorbemerkung zum Straßenverkehr.
1.2  Mrd. Menschen kämpfen, man könnte meinen ausschließlich auf den Straßen, ums tägliche Überleben. Die wackeligen und total überalteten Lastwägen und Busse dominieren den Straßenverkehr, dazwischen liefern sich Ochsenkarren und Lastenfahrräder Überholschlachten. Die Taxis und wenigen Privatautos glänzen durch permanentes Hupen und Überholen in lebensgefährlichen Situationen. Hier spiegelt sich der Charakter der Vorteilsnahme in jeder Situation wieder. Auf den Autobahnen, soweit es welche gibt, scheint der Geisterfahrer die Normalität zu sein. Fußgänger sind zur Jagd feigegeben. Die Polizei greift grundsätzlich nicht ein und erfreut sich offensichtlich an dem Gewühle. Die Oberflächenbeschaffenheit der Hauptstraßen ist eher mit einer Kriegserklärung an die Benutzer als mit einer gepflegten Infrastruktur zu vergleichen. Die Schlaglöcher bringen die überladenen Lastwägen schlicht zum Kippen.
Von Chennai fahre ich, oder besser hupe ich mich, durch eine 150 km lange Baustelle nach Bangalore. Auf der Suche nach dem weltberühmten High Tech Center habe ich zwischen Müllbergen zumindest Hinweise auf Motorola und Texas Instruments gefunden. In Richtung Norden wähne ich mich im echten Indien.

Pflügen in NordindienDie Felder werden mit Holzpflug und Ochsen bearbeitet, Frauen im Sari zertrümmern Steine oder tragen Lasten aller Art auf dem Kopf, ein alter Hindutempel mit viel Steinschnitzereien steht neben Frauen im Sarieiner aufgelassenen Goldmine, die von den Briten bis 1937 ausgebeutet wurde.  In Sri Salam, einem bekannten Pilgerzentrum der Hindus, wurde ich in einer Schlange von 3.268 Pilgern an der heiligen Statue des 6-armigen Shiva vorbeigeschoben. Bemerkenswert ist die große Mauer mit individuellen Darstellungen auf jedem einzelnen Stein. In Nagarjunasaga sind noch die Reste einer Buddhismus Universität aus dem 6. Jahrhundert zu sehen. Heutzutage gibt es für die Kinder der Umgebung keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen.
Bei Vijayawada erreiche ich wieder die Ostküste. Landwirtschaft und Wohnverhält-nisse wie im Mittelalter. Zu meiner Überraschung kann ich in dieser Gegend keine Folgen der Tsunami-Katastrophe feststellen.
Die 12 Mio. Stadt Kalkutta überrascht durch Profillosigkeit. Neben den hinlänglich bekannten Slums mit viel Armut gibt es aus britischer Zeit noch einige renovierungsbedürftige, imposante Gebäude. Seit drei Wochen zeigt das Thermometer tagsüber konstant Werte über 40 Grad. In Darjeeling, dem bekannten Teeanbaugebiet in den Ausläufern des Himalaya, wird es etwas kühler. Für Sikkim, dem ehemaligen Königreich, brauche ich - wegen der Nähe zur chinesischen Grenze - von den zuständigen Behörden in Darjeeling eine Genehmigung. Sikkim, mit der Hauptstadt Gangtok, wurde 1975 von Indien annektiert und später durch eine Volksbefragung bestätigt. Noch immer ist das indische Militär an allen Ecken präsent. Das kleine Land ist eingebettet in die Welt des Himalaya mit dem dritthöchsten Berg, dem 8600 m hohen Khangchendzonga.

Standortbeschreibung Gangtok, Sikkim:

Datum Breite Nord Länge Ost Temp. Höhe
31.05. 27 Grad 10 88 Grad 31 35 C 1.313 m

Die Breite im Süden entspricht der Lage von Johannesburg, Südafrika.

Hier wurde ich mit der Welt des friedfertigen und ungemein lebendigen Buddhismus konfrontiert.
Grund genug, um nach 8 erholsamen Tagen im Gebirge, nach Bodhgaya, dem Platz der Erleuchtung Buddhas, zu fahren. Dieser Ort liegt in der armen, heißen, staubigen und korrupten Provinz Bihar. Zwei Straßensperren moderner Wegelagerer konnte ich durch beherztes Gasgeben abwehren. 
Die heiße Gangesebene bringe ich schnell hinter mich. In Agra,  ca. 200 km südöst-lich von New Delhi, steht das berühmte Taj Mahal. Zum Preis von 750 Rupees für Ausländer gewährt man mir Einlass. Die Inder bezahlen 20 Rupees. Die ganze Anlage erinnert mich fatal an die Bauwut unseres Ludwig II.  
Delhi verdient die Bezeichnung Hauptstadt zurecht. Die alten Befestigungsanlagen und Sakralbauten aus der Mogulzeit sind imposant. Die City zeigt Profil, die Infra-struktur ist großzügig. Es gibt genug zu besichtigen. Nach fünf Tagen bekomme ich das Visum für Pakistan.
Das nächste Ziel sind die buddhistischen Klöster im Spitital in der Provinz Himachal Pradesh nahe der tibetischen/chinesischen Grenze. Sie stammen teilweise aus dem 10. Jahrhundert und liegen auf 4.000 m Höhe. Die Gegend liegt im Regenschatten des Monsuns und ist somit nahezu vegetationslos. Die geeignete Gegend zum meditieren.
Und dann passiert es. Das Wehr des Stausees Parechu auf chinesischen Boden ist teilweise geborsten oder ohne Vorwarnung geöffnet worden. Tatsache ist, dass 8 Brücken weggerissen und die einzige Straße über eine Gesamtlänge von 145 Km an 25 Stellen in den Fluten versunken ist. Auf chinesischer Seite sollen 40 Menschen umgekommen sein. Die Reparaturarbeiten dauern mindestens sechs Wochen. Solange sitze ich hier fest.

Standortbeschreibung Kalpa, Himachal Pradesh:

Datum Breite Nord Länge Ost Temp. Höhe
26.06. 31 Grad 32 78 Grad 14 24 C 8.841 m

Die Breite im Süden entspricht der Lage von Cordoba, Argentinien

Die wenigen Touristen wurden mit Hubschraubern von der indischen Armee ausge-flogen. Es wird hier immer ruhiger in einer Welt zwischen 6.000 m hohen Himalaya Riesen. Die ersten Engpässe bei Gemüse und Obst sind zu erkennen. Die kleinen Mangos werden jeden Tag schrumpeliger.

 Eingesperrt im Himachal Pradesh Mahatma Gandhi, der wohl bekannteste Inder, hat die Loslösung von England durchgesetzt und die gesellschaftspolitische Grundlage des heutigen Indien definiert. Buddha und Jesus waren seine Vorbilder, der Islam blieb im fremd.
Er hat 20 Jahre in Südafrika verbracht und dort seine Erfahrungen mit totalitärer Poli-tik erlebt. Er war der Vertreter der Armen und setzte sich vehement für die Abschaf-fung des Kastenwesens ein. Sehr wohl forderte er Beiträge jedes Individuums zur Sicherung des eigenen Lebens und einen Beitrag für das Gemeinwohl.
Er genießt immer noch hohe Verehrung beim Volk und ist der bekannteste Inder. Sein Grab, auf einem ca. 10.000 großen Areal, ist gepflegt und wird täglich von vielen Menschen besucht. Das angeschlossene Museum vermittelt anschaulich seine Lebensstationen, seine Prinzipien und deren Durchsetzung mit gewaltlosen Mitteln. Sein Geburtstag am 2. Oktober wurde zum indischen Nationalfeiertag erklärt.
Gandhi war bis zum Schluss unbequem. In seinem Testament nannte er den indischen Kongress eine Propagandamaschine, forderte Reformen zur weiteren Demokratisierung des Landes und stärkte den Frauen den Rücken zu mehr Gleichbehandlung.
Einige seiner Forderungen wurden schnell von Nehru, seinem langjährigen Wegbe-gleiter, per Gesetz verankert. Insbesondere die Abschaffung des Menschen-verachtenden Kastenwesens. Leider lässt die Umsetzung noch auf sich warten. Meine Beobachtungen und Erfahrungen im täglichen Umgang mit Menschen haben nur wenig mit dem Bild eines aufgeklärten und technologisch fortschrittlichen Landes zu tun. Und das, obwohl seine Tochter Indira und deren Sohn, Jahre lang die Geschicke Indiens verantwortet haben.


Ausbildung und Gleichbehandlung

Kinder, die zur Schule gehen dürfen, sind schnell an der Schulkleidung zu erkennen. Ab und wann gibt es sogar Schulbusse. Weiterführende Schulen liegen in privater Hand und somit nur Privilegierten vorbehalten.
Dennoch sind 60% der Männer und 80% der Frauen Analphabeten. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich höher und ist von Provinz zu Provinz unterschiedlich. Es tut weh, die vielen Kinder zu sehen, die ohne die geringste Perspektive in den Tag hinein leben. Sie werden zum Betteln, Steineklopfen, Verkaufen, zum Tragen aller Lasten und zum Hüten der Geschwister eingesetzt.

Inderin mit KindDie Folgen sind Abhängigkeit, weitgehende Rechtlosigkeit und unverschuldete Missachtung gutgemeinter schriftlicher Hinweise. Es gibt Pläne, diese Zahlen zu drücken aber die gibt es schon lange. Die Bevölke-rungszahl steigt jedes Jahr signifikant. Die notwendigen Lehrer und baulichen Vorraus-setzungen können aufgrund der angespannten Finanzen nicht zur Verfügung gestellt werden. 
Das Jahrtausende alte Kasten-wesen, eine von Hinduismus getragene Einteilung, die den niedrigen Kasten keine Chance gibt, feiert immer noch Urständ. Bereits am Namen ist die Zugehörigkeit abzuleiten. Die niederen Kasten dürfen nur bestimmte Tempel besuchen, der Zutritt in Häuser von Menschen mit höherer Kaste ist ihnen verwehrt. Die breite Bevölkerung arbeitet wörtlich mit den Händen für einen Hungerlohn, der gerade das tägliche Überleben erlaubt. Die meisten besitzen keinen Ausweis und sind nicht registriert, sie leben in der Anonymität eines Mrd. Volkes. Nur ganz wenige verfügen über einen Reisepass, der nur in den großen Städten ausgestellt wird.
Die Frauen sind immer noch in der alten Tradition eingebunden. Mit dem Sari bekleidet arbeiten sie unter schwierigsten Bedingungen. Sie schleppen Baumaterial auf dem Kopf, zerkleinern mit einem Hammer Steine für den Straßenbau oder bearbeiten kniend, mit unzureichendem Werkzeug die Felder. Die Kinder tragen sie dabei entweder im Bauch oder auf dem Rücken. Die Männer schauen oftmals zu oder frönen dem Brettspiel.
Die wenigen ausländischen Touristen werden regierungsseitig als Cashcow betrach-tet. So liegen offiziell die Eintrittspreise um Faktor 25 über denen der Einheimischen. Ähnliche Ungereimtheiten soll es bei der Rechtssprechung geben.


Der indische Weg

Die Abspaltung der islamischen Staaten Pakistan und Bangladesh ist noch lange nicht überwunden. An der Grenze zu Pakistan stehen 570.000 indische Soldaten, in den Ostprovinzen, fristen 500.000 Hinduflüchtlinge aus Bangladesh ein trauriges Leben. Zu allem Übel hat der Islam, aufgrund der hohen Kinderzahlen, im heutigen Indien hohe Zuwachszahlen. Mit von Gewalt begleitete separatistische Bewegungen sind an der Tagesordnung.
Die wenigen Industrieanlagen sind hoffnungslos veraltet oder nicht mehr im Betrieb. In das veraltete Strassen- und Schienenetz wird gewaltig investiert. Da die notwen-digen Maschinen fehlen, werden die Arbeiten meist in Handarbeit durchgeführt. Leider ist auch in Indien die Korruption an der Tagesordnung. Es ist bekannt, dass der vormalige Präsident der Provinz Bihar Lalu, in die eigene Tasche gewirtschaftet hat. Mittlerweile ist er Chef der indischen Eisenbahn, seine Frau hat ihn beerbt und unterschreibt grundsätzlich mit dem Fingerabdruck.
Die High Tech Nation Indien gibt es wahrscheinlich in bunten Marketing Unterlagen. Auf jeden Fall ist der Internetservice in Indien der bisher schlechteste. Die deutsche Greencard Aktion für Inder in Deutschland hätte wohl lieber in Indien stattfinden sollen. Das Stromnetz fällt mindestens einmal am Tag aus, meistens öfters.
Bis vor fünf Jahren war der indische Markt für die meisten Investoren geschlossen. Mittlerweile gibt es Niederlassungen und Produkte der Firmen Toyota, Hyundai, Suzuki, Mazda und etwas Volvo. Deutschland ist mit Schwarzkopf Shampoos, Scheren aus Solingen und Adidas vertreten. Nach dem Hören Sagen, wurde in New Delhi sogar ein Maybach verkauft.   
Die 1.2 Mrd. Inder arbeiten meist mir den Händen, um das tägliche Leben in einfach-ster Form sicher zu stellen. Für Rücklagen reicht es allemal nicht. Die Armut ist bedrückend, Sozialsysteme sind unbekannt. Trotzdem sind sie stolz, manchmal nationalistisch.
Wer will wohl diesen Knäuel an Widersprüchen auflösen und das Land aus der totalen Armut holen? Ansätze sind kaum erkennbar.

Buddhismus

In Sikkim hatte ich das Glück, Gompas (kleine Klöster) von innen zu sehen und  einem buddhistischen Gebetsgesang zuhören zu dürfen. Das war der finale Anstoß, mich mit diesem Thema vertieft auseinander zu setzen. In Bodhgaya, einem kleinen Ort in der ansonsten traurigen Provinz Bihar, wurde Lord Buddha nach 6 Jahren Meditation unter einem Bodhi Tree erleuchtet. Große, gepflegte Anlagen erinnern an dieses Ereignis. Jeden Tag um 18:00 Uhr stimmen Mönche aus Tibet einen Gebets-gesang an. Der dominante Vorsänger hatte eine Stimme von der Joe Cocker nur träumen kann.

Standortbeschreibung Bodhgaya, Bihar:

Datum Breite Nord Länge Ost Temp. Höhe
10.06. 27 Grad 40 84 Grad 57 42 C 120 m

Um den Platz der Erleuchtung haben Thailand, Tibet, Bhutan und insbesondere Japan eigene Gompas errichtet. Jedes Jahr im Januar und Februar besucht der derzeit amtierende Dalai Lama 14, diesen Ort und betet gemeinsam mit Zehntau-senden von Menschen. Er ist ein weltweit akzeptierter Repräsentant, bekam 1992 den Friedensnobelpreis verliehen, stellt die Inkarnationstheorie seiner Vorgänger in Frage und stellt sogar die Notwendigkeit eines Nachfolgers in Frage. Alles Zeichen für die Vitalität und den hohen geistigen Stand dieser Religion.

In der buddhistischen SchuleMit dem Leiter einer Schule für buddhistische Kunst und Philosophie konnte ich einen ersprießlichen Kontakt aufbauen. Im Kreise der jungen Mönche durfte ich an Morgengebeten teilnehmen. Bei Keksen und Buttertee erfahre ich so manche Zusammenhänge. So treffen sich der Dalai Lama und unser Pabst zu Gesprächen, im Gegensatz dazu gibt es keine Kontakte zu islamischen Würdenträgern.

Der Nachbar China

Indien fürchtet die Übergriffe durch China, auch wenn vor Kurzem auf höchster Ebene eine mündliche Verständigung über Sikkim erfolgte. Noch zu gut ist der Krieg von 1962 zwischen beiden Ländern in Erinnerung. Die Grenzen sind strittig und nicht festgeschrieben. Die Maoisten in Nepal werden massiv von China unterstützt und infiltrieren Terroristen in die nördlichen Provinzen Indiens. Es besteht nur eine nennenswerte Straßenverbindung zwischen den beiden volkreichsten Nationen, und die liegt in Sikkim. Warenverkehr gibt es keinen. Zu meiner großen Überraschung habe ich im Gegensatz zu allen anderen Ländern in Indien keine Chinesen oder chinesische Lokale gesehen. 
Aktuell ist der schon vorher genannte Zwischenfall, der mich zu einem längeren Aufenthalt zwingt. Die Vermutungen über die Ursache der Flutkatastrophe reichen von Dammbruch bis zu Atomversuchen. Keiner weiß Bescheid. Über eine Entschä-digung seitens China wird nicht geredet. Alles Hinweise für wenig gute, nachbar-schaftliche Beziehungen. Zu allem Überfluss etabliert sich die chinesische Marine an der Küste von Myanmar, dem früheren Burma. Damit hat das chinesische Militär direkten Zugang zum indischen Ozean. 
Das große Pulverfass in dieser Welt liegt irgendwo in Asien. Hier gibt es zu viele Menschen und sich widersprechende Interessen. Hoffentlich findet keiner die Lunte.

Soeben erfahre ich, die Reparaturarbeiten an der Straße sind angelaufen und machen Fortschritte. Kritisch ist wohl der Wiederaufbau einer Brücke am Zusammenfluss zweier mächtiger Flüsse und weitere Hangabgänge an einer besonders steilen Geröllflanke mit etwa 2.000 Höhenmetern. Einige hundert, besonders risikobereite Arbeiter aus Nepal, sind vor Ort und versuchen die Hänge zu stabilisieren. In den nächsten Tagen sollen Erdbewegungsmaschinen aus Deutschland zum Einsatz kommen. Wenn alles gut geht, ist die Straße in sechs Wochen für leichte Fahrzeuge einspurig wieder befahrbar. So eine Zwangspause hat auch Vorteile. Ich werde versuchen, diese Ecke genauer kennen zu lernen, meine Dokumentation sowie das Bildmaterial auf Vorder-mann zu bringen und mich auf den Transit durch Pakistan und Iran vorzubereiten.

Panoramabild vor Pakistan 

Die Kommunikationsmittel sind hier beschränkt. Internet steht nur sehr sporadisch zur Verfügung und ist sehr langsam, Zeitungen können nicht geliefert werden.

Trotz der widrigen Umstände rechne ich mit einer Rückkehr nach Deutschland Ende des Jahres.  Bis dahin melde ich mich noch einmal.

Euer, immer noch nicht müde Gerhard



Gerhard


gedruckt am Heute, 09:59
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