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Längste Kamel-Expedition der australischen Geschichte
12.01.2005 - 20:36

Red Earth Expedition mit Denis und Tanja Katzer

Tanja und Denis Katzer vor ihrer Ausrüstung kurz vor dem Aufbruch

Längste Kamel-Expedition der australischen Geschichte. Im Rahmen ihrer großen Reise durchquerten Tanja & Denis Katzer die endlosen Weiten des australischen Outback. 7.000 km zu Fuß und mit eigenen Kamelen durchmaßen sie den Kontinent von Süd nach Nord und von der Westküste bis zur Ostküste.

In ihren Online-Tagebüchern schildern sie ungeschminkt und leidenschaftlich ihre spektakulären, aufregenden und tiefgehenden Erlebnisse. Neben den spannenden und informativen Erzählungen vermitteln sie Wissenswertes über technische Details und Logistik ihrer Unternehmungen.

 

 

 

 

 

 

 

Vorbereitungen der Red Earth Expedition

Beinahe ein Jahr dauert die Vorbereitung für unsere Kamelexpedition. Unser Alltag besteht aus Kameltraining, Behördengängen und Genehmigungen einholen. Unendlich viel Material müssen wir zusammentragen, bis die Expedition endlich starten kann. 

Denis und Hardie baden im Indischen Ozean

 Read Earth Expedtion - Teil 1
West Australien  
( 2239 Laufkilometer, Mai bis Dezember 2000 )

150 Kilometer östlich der Südwestküste beginnt die längste Kamelexpedition der australischen Geschichte. 2.239 Kilometer arbeitet sich unsere kleine Karawane durch abgelegenes Busch- und Wüstenland.
Buschfeuer, Wasserknappheit, ein Wirbelsturm der Superlative und der Verlust unserer Kamele sind ständige Bedrohungen.

 

 

 

Read Earth Expedtion - Teil 2
West-Australien & Northern Territory    
(1.683 Laufkilometer, Februar 2001 bis Dezember 2001)

Bevor wir die landschaftlich einmalig schöne Greatsandy-Gibson- und Tanamiwüste durchqueren, müssen wir zwei weitere wilde Kamelbullen trainieren. Schon nach wenigen Wochen ist die Expedition von den schlimmsten Regenfällen seit 200 Jahren bedroht. Zum ersten Mal schlägt der Tod zu und bleibt seitdem unser ständiger Begleiter auf der 1.683 Kilometer langen Etappe.

Read Earth Expedtion - Teil 3
Northern Territory & Queensland                                 
(3.058 Laufkilometer, Januar 2002 bis April 2003)

Schon zu Beginn der 3.058 Kilometer langen Etappe schlägt das Unglück zu. Giftige Pflanzen zwingen uns, die lebensfeindliche Simpson-Wüste zu durchqueren.  Die schlimmste Trockenheit seit 100 Jahren und gnadenlose Temperaturen bis 48 Grad im Schatten sind nur ein paar der vielen Herausforderungen. Unser guter Draht zur Mutter Erde und unbeschreiblich schöne Erlebnisse geben uns immer wieder Kraft.

>”Priscilla”, UNSERE Königin der Wüste

”Priscilla”, UNSERE Königin der WüsteZurück auf unserem Campingplatz erlebten wir am nächsten Morgen ein Frühstücks-Highlight: Die Platzbetreiber organisieren für ihre Gäste jeden Sonntag ein „Pancake Breakfast“, ein Pfannkuchen-Frühstück. Wer Irene kennt, weiß, dass es da kein Halten mehr gibt und wir begaben uns guten und hungrigen Mutes pünktlichst dorthin. Jeder Gast bekam einen Bapperl, auf dem der eigene Name und das Herkunftsland, respektive die Herkunftsstadt (für Australier, die auch sehr gern und lange im eigenen Lande reisen), angegeben waren. Wir lernten Carl kennen, der laut Namensschild aus Indien stammte, was uns sofort auffiel und neugierig machte, der in Wahrheit jedoch aus England kam. Da er seit mehreren Wochen auf dem Campingplatz lebte, fand er es zu langweilig, jede Woche dasselbe Schild zu tragen, so dass er sich immer etwas Neues einfallen ließ. Carl ist Bäcker und mit seiner als Küchenchefin arbeitenden Freundin unterwegs. Wie wir schon früher festgestellt hatten, scheint es ein paar ideale Reiseberufe zu geben, wie eben Bäcker oder Koch, aber auch Mechaniker, Arzt und Krankenpfleger. Sie finden auf Reisen leicht eine Beschäftigung, um ihr Budget wieder aufzustocken. Carl gab uns noch den Tipp, im Kakadu National Park unbedingt eine Bootstour auf dem Yellow River zu machen, allerdings auf jeden Fall die frühe Tour um sieben Uhr morgens!

Ein "Ureinwohner" im Outback - der DornenteufelIn Alice Springs begegneten wir auch wieder Aborigenes, von denen sich viele bereits früh dem Alkohol ergaben. Wir hatten das bereits in Coober Pedy beobachtet und nun auch hier in Alice Springs. Wir erfuhren, dass der Umgang zwischen „schwarzen“ und „weißen“ Australiern nach wie vor keineswegs unproblematisch ist, zumal hier komplett unterschiedliche Wertesysteme kollidieren. Während die meisten weißen Australier unserem westlich ausgerichteten Wertesystem anhängen, werden die Aborigenes von einem, in unseren Augen, mystischen System geleitet, das sehr stark an der Integration des Menschen in die Natur ausgerichtet ist. Insofern fällt es den Aborigenes schwer, in der modernen Umwelt, in der sie sich plötzlich - ob sie wollen, oder nicht - befinden, zurechtzukommen. Ihr eigenes Wertesystem hat Jahrtausende funktioniert und wurde erst durch die Konfrontation mit weißen Siedlern in Frage gestellt. In den Anfängen weißer Besiedelung Australiens wurden Aborigenes als minderwertig angesehen und teilweise wie Vieh gejagt. Um die Ureinwohner besser in die Gesellschaft zu integrieren, wurden später viele junge Aborigenes ihren Eltern weggenommen und von den Behörden in staatliche Einrichtungen zwangseingeschult. Im Verlauf der Zeit verloren sie auf diese Art ihre Wurzeln und damit auch die Orientierung, zumal die Natur, in der sie lebten, mehr und mehr von den Weißen in Beschlag genommen wurde und ihnen so ihre Lebensgrundlage entzogen wurde.

Nach wie vor versuchen manche weiße Australier, sich die fremde Kultur vom Leibe zu halten. Da es in Zeiten politischer Korrektheit nicht möglich ist, Aborigenes explizit den Eintritt in Geschäfte zu verbieten, werden subtil Schilder mit Dresscodes angebracht, die gepflegte Kleidung oder das Tragen von Schuhen vorschreiben. Da Aborigenes selten diese Voraussetzungen erfüllen, ist ihnen damit praktisch der Eintritt in diese Läden verwehrt. Wir dagegen durften trotz Sandalenverbot mit unseren Schlappen die Geschäfte betreten.

Als herumreisende Touris kamen wir so gut wie nie mit Aborigenes in Kontakt und erfuhren über ihr traditionelles Leben nur durch ein Anfang des 20. Jahrhunderts von einer weißen Siedlerin veröffentlichtes Buch, in dem sie ihr Zusammenleben mit Aborigenes beschreibt. Die schwarzen Ureinwohner waren auf der Farm von der Autorin, Jeannie Gunn, beschäftigt, die das Aufeinanderprallen der beiden Kulturen liebevoll und minutiös beschreibt (GUNN, Äneas (1905): Little Black Princess (Kleine schwarze Prinzessin)). Bekannter wurde die Autorin durch ihr 1908 erschienenes Buch "We of the Never-Never" (Wir aus dem Niemals-Niemals), in dem sie das Leben der weißen Siedler in der Wildnis beschreibt. Das Buch und der gleichnamige Film sind in Australien recht bekannt geworden, ich hingegen fand den unbekannteren Band über die schwarze Prinzessin wesentlich interessanter.

Python mal hautnahAn unserem vorletzten Tag in Alice gönnten wir uns noch etwas ganz Besonderes: Die anfangs erwähnte Schau im Reptilienpark. Neben einer Auswahl von Schlangen stellte uns eine Mitarbeiterin in einer sehr informativen und witzig gemachten Veranstaltung verschiedene Echsen und ihre Verhaltensweisen vor, darunter beispielsweise den Dornteufel sowie den „Bearded Dragon“, den Blauzungenskink etc. Außerdem erfuhren wir, dass bei 3.000 Schlangenbissen in Australien pro Jahr nur in 300 Fällen Gift injiziert wird – wir hoffen, dass das die Schlangen, denen wir potentiell noch begegnen werden, wissen und uns mit ihrem kostbaren Gift verschonen.

Red Earth Expedition mit Denis und Tanja Katzer

© 2004 Text/Bilder D. Katzer und x. Katzer - DISCOVERY2010.NET erkennt alle Copyrights ausdrücklich an



Irene und Gregor


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