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Panamericana Central - Unterwegs auf der längsten Straße der Welt.
08.11.2004 - 21:46


Die Traumstraße Panamericana erstreckt sich über tausende von Kilometern durch 13 Länder entlang der amerikanischen Westküste. Die Erlebnisse auf der "Panamericana Nord" in Alaska, Kanada und den USA setzt der Autor Jens Freyler in Mittelamerika fort.

Kakteenwüsten und Regenwälder, spanische Kolonialstädte und mystische Mayastätten säumen die Panamericana, Vulkane und Traumstrände prägen die Länder zwischen Pazifik und karibischer See.

Naturwunder wie der Barranca del Cobre in Mexiko oder der aktive Vulkan Arenal in Costa Rica, Architekturwunder wie Tikal in Guatemala, die Kathedrale von Leon in Nicaragua oder der Panamakanal und Menschen wie die Quiche Maya und die Embera Indianer machen diese Reise zu einer ganz besonderen!


Leseprobe:



Durch den Kupfer-Canyon
Los Mochis - El Divisadero - Creel

Einem verrückten US-Amerikaner wird die Idee zugeschrieben, eine Bahnverbindung von Texas an die mexikanische Küste zu bauen, zumindest hatte er das Geld, sie zu verwirklichen. Dass dazwischen die Berge der Tarahumara-Indianer und der Barranca del Cobre liegen, sollte die Fahrt nur noch mehr zu einer Attraktion machen, so die Planungen. Natürlich war das Unterfangen schwieriger als geplant, die Baumaßnahme teurer als projektiert und der Andrang geringer als erwartet. Trotzdem hat der US-Millionär das Projekt zu Ende geführt, für die Tarahumara ein Transportmittel und eine Einnahmequelle und für Reisende ein Erlebnis erschaffen.

Pünktlich um 5:30 Uhr verlassen wir unser Zimmer und fragen an der Rezeption nach dem reservierten Taxi. Natürlich war die Antwort am vorausgegangenen Tag „Si Senor" gewesen und natürlich war keines bestellt. Doch das Problem stellt sich gar nicht als solches heraus. Der Hotelangestellte tritt mit uns hinaus auf die Straße, blickt links um den Block und rechts um den Block, stößt einen gellenden Pfiff auf seinen Fingern aus und wirft ein paar Schreie der Nacht hinterher.

Bewegung kommt in die Straße, ein Mann springt zu einem parkenden Wagen, steigt ein, lässt die Lichter erstrahlen und kommt ohne in den zweiten Gang hochzuschalten mit jammerndem Motor auf uns zu. Das Ziel zu so früher Stunde ist klar, der Preis nicht. 50 Pesos hatte man uns im Hotel gesagt, 80 verlangt der Taxifahrer. Wahrscheinlich wird es uns kaum gelingen, einen anderen Taxifahrer zu finden, der ihn unterbietet, so dass wir den für die kurze Distanz überzogenen Preis akzeptieren. Etwa 10 Minuten braucht das Taxi, bis es uns an der Bahnstation der Ferrocarril Los Mochis - Chihuahua abliefert. Einige Einheimische sind schon da, Mexikaner mit ziemlich dunklem Teint, die Kartoffeln, Decken und andere Dinge transportieren. Eine Plastiktüte wäre hier bei weitem überfordert, große Eimer mit bestimmt 25 Litern Fassungsvermögen dienen zum Transport.

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Gernot


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