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Island: Als "Confluence- Jäger" auf der Jagd nach dem Erstbesuch
06.01.2005 - 12:03

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Einst hatten wir es schon versucht bei unserem Wettlauf zum Weißwurscht-Äquator: Als Erste an einigen Confluences zu sein - Ziel natürlich eines jeden "Confluence-Jägers" im Rahmen des DCP ("Degree Confluence Project"), der Schnittpunkten von Breiten- und Längengraden hinterherjagt.

Aber worum geht es hier nun?

Das Ziel des Projektes ist, weltweit (mit Ausnahmen!) jeden Schnittpunkt ganzzahliger Längen- und Breitengrade (Degree Confluences) zu besuchen und die Umgebung dieser Schnittpunkte nach bestimmten Regeln zu fotografieren.

Diese Bilder, zusammen mit der Beschreibung des Unternehmens oder gar Abenteuers, genau an diesen Teil der Welt zu gelangen, werden an die Betreiber des DCP übermittelt und dann auf deren Website veröffentlicht.

Beispiel Deutschland: Confluences, soweit das Auge reicht ...Auf diese Weise entsteht im Laufe der Zeit ein organisiertes Raster mit einer Auswahl der ganzen Welt.

Ein weiteres Projektziel ist, damit die Änderungen zu dokumentieren, die diese Stellen und Plätze im Laufe der Zeit mitmachen, denn auch mehrere Besuche der einzelnen Confluences sind natürlich möglich.

Zusätzlich wurden eine Menge Regeln für das Projekt festgelegt, die von dem Inhalt und der Anzahl der Bilder, den Beweisfotos vom GPS, den Benachrichtigungen über geplante Besuche bis hin zu der höchstzulässigen Entfernung vom Confluence reichen. Auch gibt es strenge Regeln über die Art der Confluences und ihre Einstufung z.B. in Polregionen oder auch Wassergebieten. Dies alles hier aufzuführen, würde zu weit führen, man möge sich selbst ein Bild davon auf der Website des DCP verschaffen ...

Das Projekt wurde von Alex Jarrett im Februar 1996 in den USA gestartet, da ihm die Idee gefiel, Orte und Stellen zu besuchen, die durch einen solchen Schnittpunkt ganzzahliger Längen- und Breitengrade repräsentiert werden. Was würde sich dort befinden? Hatten auch andere Menschen diesen Punkt als einen besonderen erkannt? Natürlich spielte dabei auch das GPS eine Hauptrolle. So hoffte er, Leute dazu bewegen zu können, in Gegenden zu gehen, die sonst vielleicht keiner betreten würde und dort dann Fotos von diesen besonderen Stellen zu machen ...

Dass dies Alex und seinem Team von Freiwilligen beim DCP bereits jetzt schon gut gelungen ist, beweisen die Unmengen von dokumentierten Confluences, die man auf der Website findet.

Es gibt insgesamt 64.442 Schnittpunkte von Längen- und Breitengraden (jeder Pol wird dabei als 1 Schnittpunkt gezählt). Von diesen erfüllen 47.650 die Anforderungen des Projektes, nachdem viele Confluences in Polnähe abgezogen werden. Von diesen verbleibenden sind wiederum noch ca. 12.000 Schnittpunkte tatsächlich auf der Landmasse der Erde vorhanden.

Wie man sieht, gibt es noch ausreichend Gelegenheiten, Confluences zu sammeln und zu "jagen", und natürlich gibt es noch jede Menge weißer Flecken (= rote Punkte, siehe oben) auf der Karte. Ist es nach allem noch verwunderlich, dass wir direkt nach der Entdeckung dieses Projektes beschlossen, nun ab sofort ebenfalls Confluences zu besuchen?

Auf dem Weg zu einem unentdeckten Confluence...Da wir erst vor kurzem vom DCP erfahren hatten, konnten wir natürlich auf unseren bisherigen Reisen auch keine "Spur von Confluences" hinter uns her ziehen - hätten wir es getan, sähe die Confluence-Landschaft heute, wie oben schon angedeutet, sicher anders aus ...

Nun wollten wir es also noch einmal versuchen - immerhin gibt es ja in Island noch etliche unbesuchte Punkte und einige von denen sind gar nicht so schwer zu ereichen, wie man vielleicht glauben könnte. Also machten wir uns während unserer Tour Dänemark-Faröer-Islandnoch einmal auf den Weg - diesmal wollten direkt an zwei dieser Punkte versuchen ...

N66° W017°: Eine "Explorer-Confluence-Tour" ...

Ein Confluence im Norden von Island war offensichtlich bisher noch nicht besucht worden und uns erscheint es machbar, ihn zu erreichen. Warum dieser Punkt noch unbesucht geblieben ist, obwohl er so nahe bei einem Track liegt, bleibt uns rätselhaft.

Am Höskuldsvatn ...Dann war es soweit: Bei unserer gleichtägigen Euro-"Extratour" Island ist der Himmel ausnahmsweise mal ein wenig bewölkt und wir verlassen Akureyri im Norden der Insel in Richtung Husavik. Dort soll hinter der Tankstelle am Ortseingang der Track beginnen zu unserem Confluence Punkt N66° W017°.

Wir sind noch etwas unsicher, wie nahe wir an den Confluence heran fahren können, denn ein eingezeichneter Track in einer isländischen Karte heißt noch lange nicht, dass er für das Redaktionsfahrzeug mitsamt seinem Explorer befahrbar ist. Wir vermuten, dass wir mindestens bis zu einer Rettungshütte fahren können. Von dort wären es noch 5 km und die könnte man notfalls auch laufen ...

Wir finden den Abzweig, das Wetter wird immer sonniger, aber es frischt auch erheblich auf. Aufgrund der Sonne wird es wieder drückend heiß im Cockpit, doch die Fenster müssen wir geschlossen halten: Der Wind weht zwar in Fahrtrichtung, aber er weht schneller als wir fahren, denn der Weg ist recht steinig und schlecht. Ständig überholt uns der Staub, den wir beim Fahren aufwirbeln - wenige Sekunden Fahrt mit offenem Fenster bescheren uns so eine solide Staubschicht auf allem, was sich im Cockpit befindet. Wir erreichen eine Ebene zwischen den Bergen, in denen idyllisch der See Höskuldsvatn liegt.

Eintrag ins GästebuchSchon bald halten wir an der nahen Rettungshütte und hinterlassen im Gästebuch, dass wir am 05.09. hier vorbei kamen auf dem Weg zum Confluence N66° W017° - ob das jemals jemand verstehen wird ..?

Noch ist der Weg befahrbar, wir passieren ein Gatter und unser GPS zeigt an, dass wir uns langsam aber sicher mit jeder Radumdrehung dem Confluence nähern. Wie es sich gehört, wird nun der Weg ganz plötzlich immer schlechter und nur noch 260 m entfernt von unserem Punkt zeigt das GPS, dass wir nun das Auto verlassen und einen Hügel hinauf müssen.

Kein idealer Parkplatz ...Klar, dass dies hier nun der schlechteste Abschnitt des Weges ist und keinerlei Möglichkeit besteht, das Fahrzeug irgend wo am Rand zu parken. Mit größter Mühe finden wir eine Stelle, wo wir etwas am Rand stehen können und wir hoffen inständig, dass falls einer kommt, es ein "echter Isländer" ist, der ohnehin keinen Weg braucht, um sich durch das Gelände zu pflügen ...

Also packen wir alles zusammen in einen Plastikbeutel: Die CD vom Explorer Magazin und eine Nachricht für diejenigen, die nach uns kommen. Wir begeben uns zügig auf den Hügel, wobei wir den Track nicht aus den Augen lassen, so lange es geht. Wir haben zwar den ganzen Tag niemanden getroffen, aber jetzt wäre der Moment, wo eigentlich gemäß Murphy einer kommen müsste, der es auch noch ganz eilig hat.

Oben auf dem Hügel wird man mit einem herrlichen Ausblick belohnt. In Rekordzeit bauen wir eine kleine Steinpyramide, schießen die geforderten Bilder und rasen wieder zurück zum Auto. Geschafft!

Blick nach Norden bis ans Meer ...
Punktlandung!Wer wird sich die CD holen?

Wir folgen dem Weg, der nun prompt wieder etwas besser wird weiter bis Fjöll - ein letztes Tor ist zu öffnen und unsere "Confluence-Tour" geht zu Ende ...

Nachdem wir uns anhand des Schilds am Tor davon überzeugt haben, dass die Strecke auch offiziell derzeit geöffnet ist, fahren wir weiter: Auf der 85 wollen wir heute noch nach Asbyrgi. Dort erfahren wir seltsamerweise einen Tag später von einem Camper aus Husavik, dass bis vor etlichen Jahren unser Weg die einzige Möglichkeit war, von Husavik aus bis nach Asbyrgi zu kommen.

Ende einer Confluence-Fahrt: Am Tor von Fjöll ...

Am Abend feiern wir bei einem Krug Bier und einem grandiosen Sonnenuntergang unseren Confluence - sicher waren wir zuerst dort, oder etwa wieder nicht??

Ach ja, dann besprechen wir noch etwas, denn eines haben wir noch vor, bei unserer Island-Tour: Einen weiteren Confluence wollen wir nun schon noch machen, und das ganz bequem vom Deckstuhl aus ..!



explorer


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