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Mit Pritzens von Brasilien nach Bolivien
02.10.2004 - 09:41

Hier gehts direkt zur Bilder-GalerieBei den Wasserfällen von Iguazu hatten wir die regenreichsten Tage unserer bisherigen Reise erlebt, es schüttete vom Himmel, es tropfte von den Blättern und die Wege wurden zu rotem glitschigem Lehm.

Plötzlich saß nach lautem platschen ein Frosch bei uns am Tisch, Renate weigerte sich aber ihn zu küssen und so wissen wir bis heute nicht ob es ein Prinz war.

Also nichts als raus in die Sonne und auf die Küste Brasiliens zu.

In Pomerrode und Blumenau trafen wir viele Nachkommen deutscher Einwanderer, die Farmen konnte man an den Gebäuden und der Ordnung sofort als deutschstämmig erkennen.

Dann an der Küste, auch hier immer noch Wolken und gelegentliche Schauer. Da für die Brasilianer keine Saison war, waren Campingplätze und viele Geschäfte geschlossen, hier war es schließlich Herbst.

Eine Schweißnaht im Fahrerhausboden hatte sich gelöst und als wir im vorbeifahren eine kleine Werkstatt sahen fuhren wir rein. Kein Problem, man spricht Deutsch, und so wurde der Boden schnell wieder geschweißt und auch gleich wieder mit Unterbodenschutz versiegelt. In manchen Regionen Brasiliens trifft man leichter jemand der deutsch spricht als englisch.

Zwischendurch schöne alte Orte wie Parati, mit Kirchen und Gebäuden aus der Kolonialzeit.

Hier gehts direkt zur Bilder-GalerieDann fuhren wir Richtung Rio de Janeiro. Die Stadt empfing uns mit Wolkenbrüchen und die Suche nach einem Übernachtungsplatz war nicht einfach. Schließlich fanden wir einen guten Platz, umgeben von Militärgebäuden und bewacht vom Militär an der Bodenstation zur Seilbahn zum Zuckerhut. Hier hielten wir uns erst mal einen Tag still und kurierten unsere heftige Grippe, die wir beide uns irgendwo eingefangen hatten, aus.

Dann ein einigermaßen regenfreier Tag und wir besichtigen die Christusstatue und den Zuckerhut. Eine Rundfahrt an der Copacabana brachte nichts, die schönen Bikinimädchen waren wegen der Kälte alle zuhause. Die Brasilianer haben einen riesen Stress mit ihrem Körper, von morgens bis abends wird gejoggt und Diätgetränke haben Konjunktur. Am Sonntagmorgen walken ältere Ehepaare am Strand entlang und ganze Fitnessgruppen treiben ihr Unwesen.

Dann ging’s über die alten schönen Goldstädte wie Ouro Preto nach Brasilia. Brasilia ist eine moderne Metropole, der Bereich um die Regierungsgebäude ist toll geplant, aber irgendwie fehlt das richtige Leben in Form von Straßenkaffees oder ähnliches.

Also fuhren wir auf gut ausgebauten Strassen ins Pantanal. Ab Pocone dann Piste. 126 Brücken in teilweise schlechtem Zustand versprach die Landkarte und sie hatte recht. Im Durchschnitt alle 0,7 Km eine Brücke aus Holz bei der meistens die Bretter weggefault waren. Vorsichtig ging’s darüber, denn darunter lauerten tausende Kaimane, die sich an den Böschungen wärmten. Reiher und Störche lauerten auf Beute und im Wasser tummelten sich Unmengen von Piranhas.

Hier gehts direkt zur Bilder-Galerie Nachdem keine der Brücken unter unserem Unimog zusammengebrochen war fuhren wir Richtung Bolivien. An der Grenze mussten wir feststellen, dass die Ausreise 80 Kilometer zuvor in Caceres zu machen gewesen wäre, also wieder zurück und bis Montag warten, da am Sonntag nicht gearbeitet wurde. Alles war dann kein Problem und so fuhren wir in Bolivien auf einer kleinen Piste nach St. Ignacio de Velasco wo wir neben dem Hotel Suiza (Schweiz) übernachteten. Am Abend gab’s nette Gespräche mit 2 schweizer Zeugen Jehovas, die hier missionieren. Dann weiter über die schönen alten Missionsstationen der Jesuiten in den Amboro-Park, wo uns einsetzender Regen schnell wieder vertrieb und so fuhren wir Richtung Santa Cruz. Ein Schild am Wegrand mit der Aufschrift Delikatessen Austria ließ uns halten, und so gab’s bei Kaffee und Kuchen nette Gespräche und Informationen über Bolivien von einem vor 17 Jahren nach Bolivien ausgewanderten Paar. Neben ihrer Landwirtschaft haben sie auch einen Metzerladen wo wir uns mit Lyoner für Wurstsalat und Gulasch versorgten.  Über eine 400 Kilometer lange Piste durch die faszinierende Bergwelt fuhren wir dann nach Sucre, wo wir gerade mitten in der Stadt in einer Metallgießerei kampieren.

Sucre ist eine alte Kolonialstadt mit herrlichen Gebäuden, vielen Kirchen, netten Lokalen und einer gemächlichen Lebensart.

Das Leben hier in Bolivien verläuft insgesamt viel ruhiger als in Brasilien. Die Dörfer sind oft ohne Strom- und Wasserversorgung und die Menschen sind sehr freundlich und leben gemächlich vor sich hin. Außerhalb der großen Städte findet sich immer wieder ein guter Übernachtungsplatz neben der Straße. Es ist ein Land zum Wohlfühlen.



hopi


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